Sechs Monate nach dem Raub

Louvre-Beute für 88 Millionen bleibt verschwunden

Sechs Monate nach dem spektakulären Einbruch im Pariser Louvre fehlt von den erbeuteten Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro jede Spur.
Newsdesk Heute
19.04.2026, 22:45
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Es war einer der aufsehenerregendsten Coups der vergangenen Jahre: Am 19. Oktober 2025 drangen Einbrecher in den Pariser Louvre ein und erbeuteten Schmuckstücke im Wert von geschätzten 88 Millionen Euro. Nur rund sieben Minuten dauerte der gesamte Raub.

Doch ein halbes Jahr später ist die Beute weiterhin wie vom Erdboden verschluckt. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel: Wurde der Schmuck bereits verkauft? Eingeschmolzen? Oder ist er schlicht unverkäuflich?

Wie NTV unter Berufung auf dpa berichtet, identifizierten die Ermittler bis Ende November vier mutmaßliche Haupttäter, die inzwischen in Untersuchungshaft sitzen. Einer von ihnen ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen schwerer Zuhälterei und Hehlerei.

Spekulationen über russische Auftraggeber haltlos

Ein Verdächtiger behauptete zunächst, er sei "manipuliert" worden und habe nicht gewusst, dass es sich um den Louvre handelte. Später sprach er von angeblichen "slawischen" Auftraggebern. Hinweise darauf fanden die Ermittler jedoch nicht.

Laut der französischen Tageszeitung "Le Parisien" soll ein internes Sicherheitsaudit aus dem Jahr 2018 eine entscheidende Rolle gespielt haben. Es soll Schwachstellen im Sicherheitssystem des Museums detailliert beschrieben haben.

Während der Einstieg professionell wirkte – die Täter nutzten eine Hebebühne und drangen über ein Fenster ein –, verlief die Flucht dilettantisch. Ein Brandversuch am Fluchtfahrzeug missglückte. Zudem ließen die Täter die Krone der Kaiserin Eugénie nahe dem Museum zurück.

"Verfluchter Schmuck" – zu bekannt zum Verkaufen

Experten sprechen von "verfluchtem Schmuck": Die erbeuteten Stücke sind zu bekannt und zu riskant, um sie unverändert zu verkaufen. Selbst ein wohlhabender Sammler könnte damit wenig anfangen – solche Stücke lassen sich weder zeigen noch veräußern.

Eine mögliche Erklärung: Die Juwelen wurden bereits zerlegt und eingeschmolzen. "Gold zu schmelzen, ist technisch keine große Herausforderung", erklärte ein Polizeikommissar. Der Fall könnte sich über Jahre in Finanzsystemen verlieren – und erst in 15 oder 20 Jahren durch Geldwäschebewegungen aufgeklärt werden.

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