Ludwig kündigt noch strengere Maßnahmen an

Wiens Bürgermeister Ludwig stellt klar: Steigen die Coronazahlen weiter, kommen noch härtere Maßnahmen.
Wiens Bürgermeister Ludwig stellt klar: Steigen die Coronazahlen weiter, kommen noch härtere Maßnahmen.Thomas Exel/apa picturedesk ("Heute"-Montage)
Die "Osterruhe" ist beschlossene Sache. Ab 1. April wird das gesellschaftliche Leben im Osten des Landes zurückgefahren. Das sagt Michael Ludwig. 

Vor allem die Situation auf den Intensivstationen in Wien machte den "Mini-Lockdown" vom 1. bis zum 6. April notwendig. Zuletzt schlugen die Intensivmediziner Alarm, sprachen von einer höheren Belastung als noch im Herbst. Zuletzt erklärten Experten, dass Patienten mittlerweile schneller intensivpflichtig werden und auch eine längere Liegezeit auf der Intensivstation bräuchten. 

Angesichts der Situation reagierten dann nach zähen Verhandlungen die Landeshauptleute aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Der Wiener Landeschef verteidigte am Donnerstag den Osterpakt, den die Landeskaiser zusammen mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) geschmiedet haben. Michael Ludwig spricht im Gespräch mit dem Ö!-Morgenjournal von einem "tiefgreifendem Paket", von dem er hoffe, dass es die gewünschte Wirkung zeigt. Allerdings warnte er auch: Wenn man nicht zeitnah Ergebnisse sehe, werde es weitere Maßnahmen geben. 

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Sinneswandel bei Ludwig

Dabei war Ludwig bis vor Kurzem eigentlich noch für weitere Öffnungsschritte, wünschte sich zuletzt wie ursprünglich angekündigt noch die Öffnung von Schanigärten. Das Umdenken begründet der Wiener Bürgermeister durch Gespräche mit Experten. Aktuell befinde sich der Osten in einer "schwierigen Situation". Abgesehen von den unmittelbaren Ostermaßnahmen Anfang April verwies Ludwig auf weitere Maßnahmen, von denen er schon jetzt positive Ergebnisse erhoffe. So seien die Teststrategie und das Contact Tracing adaptiert worden. Mittlerweile weise dieses eine Erfolgsquote von 70 Prozent auf. Auch die FFP2-Pflicht in Innenräumen soll ihren Teil zu einer Besserung der Situation beitragen. 

Aber warum treten die Regeln erst so spät in Kraft? Es brauche Zeit um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, erklärte Ludwig. Dass er noch striktere Maßnahmen gefordert hätte, wollte Ludwig nicht direkt bestätigen. Er wolle seine Verhandlungsposition nicht in ein großes Licht rücken. Die drei Landeshauptleute, neben Ludwig auch Johanna Mikl-Leitner (NÖ, ÖVP) und Hans Peter Doskozil(Bgld., SPÖ) hätten sich mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) auf ein Paket geeinigt und würden dieses auch gemeinsam tragen.

"Dramatik der Situation" klarmachen 

Klar sei aber auch, dass stärker Maßnahmen kommen müssen, falls es zu keiner Entspannung im medizinischen Bereich komme. Davon könnten dann übrigens auch andere Bundesländer betroffen sein, warnte der Wiener Stadtchef. Reiseregeln für das Osterfest gibt es nicht. In Wien lebende Westösterreicher können also unter den geltenden Regeln nach Hause fahren. Könnte so die britische Mutante nicht auch im ganzen Land verteilt werden? Das werde so oder so passieren, auch unabhängig von den Osterreisen, ist Ludwig überzeugt. Es gebe lediglich einen "starken Appell", Reisen über die Osterfeiertage zu unterlassen und soziale Kontakte einzudämmen. Es gehe darum, der Bevölkerung die "Dramatik der Situation" zu erklären. Reiseregeln bedürften außerdem einer rechtlichen Basis. Diese habe der Gesundheitsminister zu evaluieren. 

Neben den Appell an die Eigenverantwortung der Bevölkerung verteidigte Ludwig auch das Schulpaket. Er sei ein Freund von faktenbasierten politischen Entscheidungen. Gespräche mit Experten hätten gezeigt, dass die britische Mutation B 1.1.7. auch verstärkt bei Kindern und Jugendlichen wirke. Ludwig sprach am Ende auch davon, dass diese Maßnahmen im Bedarfsfall auch auf ganz Österreich ausgeweitet werden könnten und auch die anderen Bundesländer "diese Entscheidungen mittragen". 

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