Am Dienstag gegen 1 Uhr früh bestellte ein 26-Jähriger per UBER-App ein Taxi in die Kaiserstraße in Wien-Neubau. Müslüm A., der seit über zwei Jahrzehnten als Taxler arbeitet, nahm die Fuhre an.
Die Fahrt verlief ereignislos, führte von Neubau in die Dresdner Straße in der Wiener Brigittenau. Als der Fahrgast ausstieg, eskalierte die Situation: "Er hat die Tür offen gelassen. Als ich ihm sagte, er soll sie zumachen, wurde er aggressiv und schrie mich an", schildert der 51-Jährige. Doch es blieb nicht beim Beschimpfungen.
Der Taxler stieg aus – ein Fehler, wie sich schnell zeigte: "Der ca. 185 Zentimeter große, kräftige Mann hat mich gepackt und fixiert. Dann schlug er mir mehrmals gegen die Rippen und ins Gesicht, schrie dabei: ,Ich bin Kampfsportler!’ Solche Leute wie du machen uns ausländerfeindlich", so Müslün A.
Er rief die Polizei, die den 26-Jährigen wegen Verdachts der Köperverletzung anzeigte. Geflüchtet war der Verdächtige nicht. Das hätte ihm auch wenig gebracht, schließlich hatte er die Fahrt ja über seine UBER-App gebucht und war somit namentlich bekannt.
Der Taxler kam ins Spital und leidet seit dem brutalen Vorfall unter starken Schmerzen: "Husten ist das Schlimmste", sagt Müslün A.
"Dieser Vorfall ist erschreckend", so Taxi-Obmann Resul Ekrem Gönültaş zu "Heute". "Wir hoffen, dass solche Ereignisse in unserer Stadt nicht mehr vorkommen. Wir werden natürlich alle rechtlichen Mitteln einsetzen", sagt Gönültaş dem verletzten Taxler jede Unterstützung zu.