Mit gerade einmal 14 Jahren musste sich ein Schüler am Donnerstag vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Der Vorwurf: Er soll im August in Dornbirn eine 17-Jährige mit einem Butterfly-Messer bedroht haben. Der Jugendliche wurde in Handschellen und begleitet von zwei Polizisten in den Gerichtssaal gebracht. Doch dort bestritt er die Anschuldigungen vehement.
Seit Mittwoch befand sich der 14-Jährige in der Justizanstalt Feldkirch in Untersuchungshaft. Vor Gericht bekannte er sich nicht schuldig. Er habe niemanden mit einem Messer bedroht, erklärte der Schüler. Seine Begründung: Seine Mutter habe ihm bereits Anfang des Jahres sämtliche Waffen abgenommen. Deshalb könne er die ihm vorgeworfene Tat gar nicht begangen haben.
Zu Beginn der Verhandlung beantwortete der Jugendliche die Fragen der Richterin und der Staatsanwältin noch ruhig. Doch dann wurde er aufgebracht. Auslöser war die Frage, warum er immer wieder betone, kein Messer mehr zu besitzen, anstatt die Drohung selbst zu bestreiten.
Die Staatsanwältin wollte daraufhin wissen, ob der Jugendliche öfter so aufbrausend reagiere. Der 14-Jährige erklärte, dass ihm in der Justizanstalt die Einnahme seiner Medikamente gegen ADHS verweigert worden sei.
Für die Behörden ist der Jugendliche trotz seines jungen Alters kein Unbekannter. Laut Staatsanwältin ist er bereits amtsbekannt. Nach eigenen Angaben wurde gegen ihn nach einem Einbruch sogar ein Waffenverbot verhängt.
Der Schüler räumte ein, früher viele Dummheiten gemacht und den falschen Umgang gehabt zu haben. Mittlerweile habe er aber den Kontakt zu seinen früheren Kollegen abgebrochen und besuche täglich die Schule.
Warum ihm nun eine Bedrohung mit einem Messer vorgeworfen werde, könne er sich nicht erklären. Die 17-Jährige kenne er nur flüchtig. Mit einem Zeugen habe er hingegen schon länger "Stress", wie es im ORF heißt.
Zu einer Entscheidung kam es am Donnerstag nicht. Sowohl die 17-Jährige als auch der wichtige Zeuge waren nicht zur Verhandlung erschienen.
Da die beiden noch befragt werden müssen, vertagte die Richterin den Prozess auf unbestimmte Zeit. Wann die Verhandlung gegen den 14-Jährigen fortgesetzt wird, steht noch nicht fest.