Zwei Eltern in U-Haft, ein junges Mädchen im Spital, das Brüderchen in Fremdunterbringung – Tirol steht unter Schock. Über längere Zeit hinweg sollen zwei Oberländer (35 und 40 Jahre) ihre Tochter unterernährt haben – sie wäre beinahe verhungert. In der Innsbrucker Klinik wurde zudem eine weit fortgeschrittene Hautkrankheit festgestellt.
Nun äußerte sich der behandelnde Gesundheitsdienstleister, Tirol Kliniken, im Gespräch mit "Heute" zum Zustand des Kindes.
"Sie ist weitestgehend stabil und bekommt hier alles, was sie braucht", so Pressesprecher Johannes Schwamberger. In der behandelnden Klinik sei das Kind derzeit rundum versorgt. Zum genauen Behandlungsplan könne man derzeit nichts sagen. Eingeliefert wurde die Siebenjährige mit starkem Untergewicht: Statt der normalen 20 bis 30 Kilogramm wog sie nur noch rund 14 Kilo.
Unterdessen ermittelt die Polizei auf Hochtouren, die Eltern sitzen weiterhin in U-Haft. Gegenüber "Heute" erklärte die Staatsanwaltschaft: "Sie haben bislang noch keine Aussagen gemacht." Eine Frage brennt vielen auf der Zunge: Warum wurde niemand früher auf den Zustand des Mädchens aufmerksam?
"Sie wurde nicht in die Schule geschickt, sondern befand sich im häuslichen Unterricht", erklärt Staatsanwalt Hansjörg Mayr aus Innsbruck.
Warum die beiden Eltern ihre Tochter zu Hause unterrichtet haben, ist bisher unklar. Auch der Bruder der Siebenjährigen war bislang zu Hause, da er das Kindergartenalter noch nicht erreicht hatte.