Großer Aufruhr nach dieser "Heute"-Story. Ein katholischer Kindergarten in Oberösterreich (Bezirk Urfahr-Umgebung) studiert keine Muttertags-Gedichte und -Lieder ein, darauf werde "ganz bewusst" verzichtet.
Die Begründung: "Uns ist bewusst, dass Kinder heute in ganz unterschiedlichen Familienformen aufwachsen. Klassische Rollenbilder rund um Mutter- und Vatertag spiegeln diese Vielfalt nicht immer wieder und sind daher aus unserer Sicht nicht mehr zeitgemäß für den Kindergartenalltag."
Binnen weniger Stunden entbrannte auf den Foren von "Heute" eine heftige Diskussion. Jetzt meldet sich eine betroffene Mutter selbst zu Wort. Anna G. (Name der Redaktion bekannt) ist Alleinerzieherin, streng katholisch aufgewachsen und sie hat zwei Kinder. G. freut sich über den Gedichts-Verzicht. "Soeben durfte ich wirklich freudig den Beitrag lesen, dass der Mutter- und Vatertag so traditionell nicht mehr einstudiert wird", sagt sie.
Anna G. kennt die Situation aus eigener Erfahrung – für sie und ihre Kinder war es eine schmerzhafte Erfahrung. "Sie mussten immer extra ein Geschenk für Mutter und Vater basteln", weil die Eltern getrennt lebten. Noch schlimmer: "Der Vater meiner Kinder lebt im Ausland, sie konnten ihm die Geschenke nicht einmal überreichen."
Das bittere Ende solcher Tage: "Ich musste meine traurigen Kinder auffangen, weil sie es dem Papa nicht überreichen konnten, beziehungsweise sie auch keine Anerkennung dafür von ihm erfahren durften."
Die Mutter hat seit der Trennung – neben ihrem Job und den Kindern – selbst eine Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft absolviert. Sie beschreibt, sie habe dort gelernt, dass der traditionelle Mutter- oder Vatertag "nicht mehr sein muss". Sie spricht dem Kindergarten in Oberösterreich, "ein großes Kompliment aus, dass sie sich das trauen."