Massive Belastungen für eine Alleinerziehende Mutter: Petra (Name geändert) muss seit der Trennung von ihrem Partner allein für ihre beiden Kinder sorgen. Eines braucht besonders viel Betreuung und Zuwendung. Als das Geld für Heizöl fehlte, blieb der Mutter nichts anderes übrig, als das gemietete Haus mit Strom zu beheizen. Die Folge: Energiekosten von mehreren tausend Euro.
Mittlerweile läuft die Stromversorgung über einen Pre-Payment-Zähler. Das bedeutet, dass Petra im Voraus bezahlen muss, damit das Haus warm bleibt und der Alltag ihrer Kinder weitergehen kann. Obwohl sie wieder in ihren Beruf zurückkehrt und sparsam wirtschaftet, kann sie ihre Schulden nicht allein bewältigen.
"Ich wünsche mir nichts mehr, als meinen Kindern Sicherheit geben zu können", sagt sie im Gespräch mit einer Sozialberaterin laut der "Kleinen Zeitung". Dank Spenden erhielt die Mutter Unterstützung bei den Energiekosten. Das verschafft ihr finanzielle Entlastung und neue Zuversicht.
Mit solchen Schicksalen ist die Sozialberatung der Caritas Kärnten regelmäßig konfrontiert. Die anhaltende Teuerung sowie hohe Wohn- und Energiekosten bringen immer mehr Menschen an ihre finanziellen Grenzen.
2025 unterstützte die Sozialberatung in Kärnten insgesamt 7.405 Menschen und verzeichnete mehr als 20.000 Beratungskontakte. Bis Ende September 2026 suchten bereits 5.871 Menschen Hilfe, darunter 1.942 Kinder. Die Zahl der Beratungskontakte lag bei 19.745.
Auch österreichweit ist die Lage angespannt: 2025 wandten sich rund 44.000 Menschen an die Caritas-Sozialberatung. Nach Abzug von Miete, Energie und Betriebskosten blieben den Betroffenen durchschnittlich nur 17 Euro pro Tag für Lebensmittel, Medikamente, Kleidung und weitere Ausgaben. Besonders alarmierend: "27 Prozent der Hilfesuchenden hatten ein Einkommen aus Erwerbsarbeit und gerieten dennoch in Not."
In den ersten drei Quartalen 2026 stieg die Zahl der Beratungskontakte der Caritas Kärnten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund 32 Prozent. Häufig kommen mehrere Probleme zusammen: hohe Wohnkosten, Schulden, Arbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen oder familiäre Krisen.
Caritasdirektor Sandriesser bittet deshalb um Unterstützung: "Gerade jetzt brauchen wir Zusammenhalt und Solidarität. Egal, wie groß oder klein Ihr Beitrag ist. Jeder Euro macht einen Unterschied! Gerade jetzt zählt jede Spende, denn Arbeit schützt längst nicht jede Familie vor Armut. Wenn nach Miete, Energie und Fixkosten kaum etwas übrigbleibt, kann eine einzige Rechnung den Alltag einer Familie ins Wanken bringen. Deshalb helfen wir möglichst früh, bevor der Strom abgeschaltet wird oder Menschen ihr Zuhause verlieren!"