Für die Bewohner von Liebetig bei Feldkirchen in Kärnten ist es vorbei mit der nächtlichen Ruhe, sobald sich ein Zug nähert. Gleich dreimal ertönt dabei ein lautes Hupsignal, und das von den frühen Morgenstunden bis spät in die Nacht. Seit Jahren fühlen sich die Anrainer durch den Lärm belastet, darüber berichtet der ORF. Jetzt haben sie genug und machen mit einer Petition Druck.
Der Grund für das ständige Hupen liegt an einem Bahnübergang in der Ortschaft. Dieser ist schlecht einsehbar und weder mit Schranken noch mit Lichtsignalen gesichert. Deshalb müssen Lokführer, die aus Richtung Feldkirchen kommen, aus Sicherheitsgründen mehrmals hupen.
Besonders in den heißen Sommermonaten wurde die Situation für die Bewohner zur Belastungsprobe. "Der Sommer war sehr laut. Wir konnten einfach die Fenster nicht mehr öffnen, was bei diesen heißen Temperaturen in der Nacht praktisch unzumutbar ist. Freilich ist es auch unangenehm, wenn die Kinder draußen spielen und sich plötzlich die Ohren zuhalten müssen", erzählt Anrainerin Alice Kanelutti dem ORF.
Mit einem offenen Brief und einer Petition wenden sich die Bewohner nun direkt an Feldkirchens Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP). Mehr als 135 Menschen haben die Forderung nach einer Lösung bereits unterschrieben.
Eine rasche Änderung ist vorerst nicht in Sicht. Der Bürgermeister bittet die Anrainer um Geduld. Die Gemeinde stehe bereits mit den zuständigen Stellen in Kontakt. Derzeit werde die gesamte Bahnstrecke zwischen Villach und St. Veit überprüft.
Auch die ÖBB wollen sich mit dem Problem befassen. Nähere Informationen zu möglichen Maßnahmen konnten sie zunächst allerdings nicht geben.
Unterstützung bekommen die Anrainer von Stadtrat Christoph Gräfling. Er will ihre Forderungen im Gemeinderat zur Sprache bringen und erreichen, dass alle Fraktionen gemeinsam gegenüber den ÖBB auftreten.
Ob die Eisenbahnkreuzung in Liebetig tatsächlich umgebaut und mit zusätzlichen Sicherungsanlagen ausgestattet wird, ist derzeit offen.
Erschwerend kommt hinzu, dass die schon länger geplante Sanierung der gesamten Ossiacher-See-Bahnstrecke wegen Sparmaßnahmen des Bundes verschoben wurde.