Turbulente Szenen

Mann bricht zusammen – Eskalation bei FPÖ-Parteitag

Turbulenter FPÖ-Parteitag im Burgenland! Rund 90 Aktivisten blockieren die Zufahrt. Delegierte müssen über Wiesen ausweichen, ein Mann kollabiert.
18.10.2026, 13:55
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Heftiger Wirbel beim FPÖ-Landesparteitag im Burgenland! Rund 90 Aktivisten haben am Sonntag (18. Oktober) die Zufahrt zur Gernot Arena in Jennersdorf blockiert. Zahlreiche Delegierte konnten den Veranstaltungsort deshalb nicht wie geplant erreichen. Der Parteitag begann mit rund 20 Minuten Verspätung. Für einen Teilnehmer musste sogar die Rettung anrücken.

Gleichzeitig steht bei der burgenländischen FPÖ eine richtungsweisende Entscheidung an: Amtsinhaber Alexander Petschnig bekommt bei der Wahl zum Landesparteiobmann überraschend Konkurrenz aus den eigenen Reihen.

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Rund 90 Aktivisten blockieren Zufahrt

Wie die APA meldet, versammelten sich am Sonntagvormittag rund 90 Demonstranten des linken Bündnisses "Widersetzen Wien" vor der Gernot Arena. Mit ihren Blockaden wollten sie den Landesparteitag verhindern. Die Aktivisten demonstrierten nach eigenen Angaben gegen "rechtsextreme Politik".

Das linke Bündnis "Widersetzen Wien" hatte vor der Gernot Arena in Jennersdorf mit rund 90 Aktivistinnen und Aktivisten Blockaden eingerichtet und demonstrierte gegen "rechtsextreme Politik".
APA-Images / APA / THERESA PUCHEGGER

Für das Bündnis war es die erste derartige Aktion in Österreich. Bekannt geworden war die Gruppierung zuvor insbesondere durch Protestaktionen bei Parteitagen der deutschen AfD. Inzwischen verfügt "Widersetzen" nach eigenen Angaben auch über Ortsgruppen in Wien, Graz und Innsbruck.

Delegierte müssen über nasse Wiesen gehen

Die Blockaden sorgten bei der FPÖ für erheblichen Ärger. Landesparteichef Alexander Petschnig kritisierte das Vorgehen der zuständigen Behörden. Seiner Darstellung zufolge konnten die Aktivisten die Zugänge zu lange versperren.

Die Delegierten seien deshalb gezwungen gewesen, "hunderte Meter über teils nasse und rutschige Wiesen zu gehen". Besonders besorgniserregend: Laut Petschnig kollabierte ein Mann während der Anreise und musste von der Rettung versorgt werden. Nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand wurden zunächst nicht bekannt.

Petschnig rechnet mit Behörden ab

Der FPÖ-Landeschef machte seinem Ärger über die Organisation des Polizeieinsatzes Luft. An den zuständigen Bezirkshauptmann richtete er eine deutliche Botschaft: "Das mit dem Absperren, das sollten wir noch üben. Da ist noch Verbesserungsbedarf."

Petschnig warf den Einsatzkräften außerdem vor, den Blockaden zunächst zu lange zugesehen zu haben. Auch FPÖ-Nationalratsabgeordneter Gernot Darmann übte scharfe Kritik. In einer Aussendung erklärte der Sicherheitssprecher, seine Partei sei in Jennersdorf "für Freiwild erklärt" worden.

Eine Stellungnahme der kritisierten Behörden zu diesen Vorwürfen lag in der vorliegenden Berichterstattung zunächst nicht vor.

Kampfabstimmung um FPÖ-Chefposten

Neben den Protesten sorgt auch die personelle Zukunft der burgenländischen Freiheitlichen für Spannung. Alexander Petschnig, der die Landespartei seit 2020 führt, tritt erneut zur Wahl an. Doch diesmal gibt es einen Gegenkandidaten. Landtagsabgeordneter Mario Jaksch, zugleich Bezirksparteiobmann in Neusiedl am See, will den Landesvorsitz übernehmen.

Jaksch hatte seine Kandidatur erst Anfang Oktober bekannt gegeben. Er begründete seinen Schritt unter anderem damit, dass er als Landesparteiobmann stärker im Burgenland präsent sein wolle.

Petschnig war 2023 mit 91,4 Prozent der Delegiertenstimmen in seiner Funktion bestätigt worden. Nun muss er sich erstmals einem Gegenkandidaten stellen.

Auch innerhalb der FPÖ wird es hitzig

In seiner Rede verteidigte Petschnig den bisherigen Kurs der Landespartei und kritisierte die rot-grüne Landesregierung unter Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Dabei sprach er unter anderem über die umstrittene Herzchirurgie in Oberwart, die Wohnbauförderung und die Verkehrspolitik des Landes.

Jaksch betonte hingegen, dass er keine "zerstörerische Kampfabstimmung" wolle. Vielmehr gehe es um unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausrichtung der Partei. Zwischenzeitlich wurde die Debatte dennoch hitzig, als parteiinterne Kritiker Petschnigs das Wort ergriffen.

red, 18.10.2026, 13:55
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