Mit einem tonnenschweren Traktor fuhr Nathan B. rund 14 Kilometer durch die Nacht - sein Ziel war das Haus seines Erzfeindes Luke L. in Middlesbrough. Die Rachefahrt endete mit massiven Schäden und für B. schließlich mit einer mehrjährigen Haftstrafe.
Zwischen den beiden Männern hatte es laut BILD zuvor bereits mehrere Streitigkeiten und Vorfälle gegeben. Nach Darstellung der Verteidigung soll L. unter anderem auf die Gräber des Vaters und des Bruders von B. uriniert und einen Grabstein umgetreten haben.
L. soll die Aktion gefilmt und die Aufnahmen anschließend in sozialen Netzwerken veröffentlicht haben. Der Anwalt von B. bezeichnete das Material vor Gericht als "verstörend".
Damit nicht genug: Am 21. April soll L. seinen späteren Kontrahenten mit einem Auto so heftig angefahren haben, dass dieser über die Motorhaube geschleudert wurde.
Am 8. Mai folgte schließlich die Racheaktion.
B. stahl auf einem Bauernhof einen Traktor samt angehängter Heuballenpresse. Anschließend fuhr er damit rund 14 Kilometer bis zur Priory Road in Middlesbrough, heißt es im Bericht der Boulevardzeitung.
Dort krachte das Gespann in das Wohnzimmer des Hauses von L. und durchbrach beinahe auch noch die Wand zum Nachbarhaus.
Die Familie befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Gebäude. Nach früheren Angriffen war sie bereits ausgezogen. B. soll davon allerdings nichts gewusst haben.
Die Schäden waren enorm. Laut Richter wurde das Haus derart schwer beschädigt, dass es praktisch neu aufgebaut werden muss. Andere Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.
Auch der Besitzer des gestohlenen Traktors blieb auf hohen Schäden sitzen. Allein die Reparatur des Fahrzeugs kostete laut BILD umgerechnet rund 65.000 Euro. Die etwa 35.000 Euro teure Heuballenpresse war nach der Fahrt Schrott.
B. zeigte sich weitgehend geständig. Sein Verteidiger erklärte, nach der "seltsamen Logik der Unterwelt" habe sein Mandant einen Angriff auf Eigentum für weniger schlimm gehalten als körperliche Gewalt gegen L., heißt es weiter.
Das Gericht verurteilte B. zu sieben Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Zusätzlich darf er sieben Jahre lang nicht Auto fahren.