Finanzielle Notlage

Mann gestorben – dann hatte Claudia 50.000 € Schulden

Jahrelang musste sich Claudia H. keine Sorgen um Geld machen. Doch nach dem Tod ihres Ehemanns geriet die Wienerin in eine finanzielle Notlage.
Wien Heute
11.07.2026, 19:12
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Claudia H. führte lange Zeit ein finanziell abgesichertes Leben. Ihr Ehemann verdiente gut und kümmerte sich um sämtliche Geldangelegenheiten der Familie. Nach seinem Tod änderte sich jedoch alles.

Eine hohe Nachzahlung aufgrund ihrer Witwenpension, ein Wohnungskredit und die Finanzierung einer Zahnspange für ihr Kind brachten die Wienerin finanziell an ihre Grenzen. Als sie 2021 erstmals die Schuldenberatung des Fonds Soziales Wien (FSW) aufsuchte, hatte sie bereits rund 50.000 Euro Schulden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Sieben Jahre lang 60 Euro pro Monat

Gemeinsam mit den Beratern wurde ein Privatkonkurs vorbereitet. Im Dezember 2024 konnte vor Gericht mit den Gläubigern ein Zahlungsplan vereinbart werden. Claudia H. bezahlt nun sieben Jahre lang monatlich 60 Euro – das macht in Summe 5.040 Euro.

Für die heute 52-Jährige brachte die Beratung vor allem eines: wieder Orientierung und Sicherheit. Nach einer langen Phase der Überforderung hat sie nun einen klaren Plan und die Hoffnung, ihr Leben Schritt für Schritt neu ordnen zu können.

Große Nachfrage nach Schuldenberatungen

Mit ihrem Schicksal ist Claudia H. nicht allein. Die Nachfrage nach Schuldenberatungen steigt stark an. "Wir sehen österreichweit eine steigende Nachfrage nach Erstberatungen in den staatlich anerkannten Schuldenberatungen. Wir gehen davon aus, dass auch in den kommenden Monaten und Jahren die Unterstützung der Schuldenberatungen stark nachgefragt sein wird", erklärt FSW-Expertin Gudrun Steinmann.

Als Hauptursachen für Überschuldung nennt der FSW Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit, Scheidung oder Trennung, Konsumverhalten sowie Krankheit oder Unfall. Wer finanzielle Probleme bemerkt, sollte laut Steinmann nicht zu lange warten.

Tipp: Ehrlichen Finanzcheck machen

"Der beste Tipp ist es einen ehrlichen Finanzcheck zu machen. Welche Ausgaben und welche Einnahmen habe ich? Wie oft bestelle ich beim Lieferdienst? Wie oft gehe ich shoppen? In der FSW Schuldenberatung gibt es auch die Möglichkeit kostenlos zur Budgetberatung zu kommen. Dabei werden genau die Aus- und Einnahmen gemeinsam mit den Schuldenberatern analysiert und Einsparpotenziale aufgezeigt."

Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) ist die Zahl der Privatinsolvenzen in Wien im ersten Halbjahr 2026 zwar leicht zurückgegangen (-2,09 Prozent), dafür schoss die Höhe der Schulden in die Höhe. Die durchschnittliche Verschuldung pro eröffnetem Privatkonkurs stieg von 127.200 auf 241.000 Euro.

Zwei Drittel der Schuldner sind Männer

Besonders groß ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer, die Privatinsolvenz anmelden mussten, waren im Schnitt mit 326.600 Euro verschuldet. Bei Frauen lag die durchschnittliche Schuldenlast bei 100.400 Euro. Von den 1.595 eröffneten Verfahren entfielen 991 auf Männer und 604 auf Frauen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.07.2026, 19:12
Jetzt E-Paper lesen