Während Behandlung

Diagnose Krebs! Wienerin häuft 24.000 Euro Schulden an

Kerstin R. war aufgrund ihrer Krebs-Diagnose im Langzeit-Krankenstand. Während der Behandlung wuchsen ihr die eigenen Finanzen über den Kopf.
Wien Heute
12.05.2026, 05:30
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Die Nachfrage bei Schuldenberatungen ist österreichweit sehr groß. Auch beim Fonds Soziales Wien (FSW) herrscht derzeit ein großer Andrang: "Alleine in Wien haben wir im April ein Hoch mit 737 Neuanmeldungen erlebt, das ist eine Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", erklärt Gudrun Steinmann, Expertin in der Schuldenberatung beim FSW.

Steinmann geht daher davon aus, dass auch in den kommenden Monaten und Jahren die Unterstützung der Schuldenberatungen stark nachgefragt sein wird. Im vergangenen Jahr betreute die FSW Schuldenberatung insgesamt 11.887 Klienten – 4.831 Frauen (41 Prozent) und 7.021 Männer (59 Prozent). Von den knapp 12.000 Klienten waren 41,3 Prozent arbeitslos.

Arbeitslosigkeit oft als Auslöser

Die Durchschnittsverschuldung beträgt je nach Altersklasse zwischen 44.088 Euro (20 bis 29 Jahre) und 76.798 Euro (ab 60 Jahren). Am meisten sind Frauen und Männer zwischen 30 und 49 Jahren betroffen. Als Hauptursachen für die Verschuldung wurden Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit, Scheidung/Trennung, das Konsumverhalten sowie Krankheit/Unfall genannt.

Auch Kerstin R. (Name geändert) wandte sich an die kostenlose Schuldenberatung des FSW. Die 42-Jährige befand sich nach einer Krebs-Diagnose im Langzeitkrankenstand und bezieht derzeit Invaliditätspension. Während der Behandlung wuchsen ihr die eigenen Finanzen immer mehr über den Kopf.

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Kranke Wienerin hat 24.000 Euro Schulden

Der Stapel an offenen Handyrechnungen, Kreditraten, Ratenzahlungen und Versicherungsbeiträgen wurde immer höher – auch das Konto war bereits überzogen. Insgesamt häufte Kerstin R. Schulden in der Höhe von 24.000 Euro an.

Aus den Medien erfuhr die Wienerin von der FSW Schuldenberatung und machte sich dort einen Termin für eine Budget-Beratung aus. Dabei wurde ihr empfohlen, ein kaum benutztes Auto zu verkaufen, die laufenden Kosten dafür waren für Kerstin R. auch nicht mehr leistbar.

40 Euro monatliche Maximal-Rate

Zudem zeigte sich im Rahmen der Schuldenberatung, dass hier ein Privatkonkurs beantragt werden muss. Anfang Juni findet der Termin am zuständigen Bezirksgericht statt. Nach Abzug der Fixkosten kann Kerstin R. ihren Gläubigern maximal 40 Euro monatlich zur Rückzahlung der Schulden anbieten. Aufgrund der Krebsdiagnose kann die 42-Jährige in nächster Zeit keinen Job annehmen.

"Ein Privatkonkurs bedeutet auch harte Jahre für die Betroffenen und man macht ihn nicht im Vorbeigehen. Man muss motiviert sein und die Schulden aktiv regeln wollen. Ein Privatkonkurs ist aber auch ein klarer Weg aus den Schulden und in ein schuldenfreies Leben", betont Schuldenberatungs-Expertin Steinmann.

FSW Schuldenberatungs-Expertin Gudrun Steinmann
FSW

FSW zeigt Einsparpotentiale auf

Sie rät dazu, einen ehrlichen Finanz-Check zu machen: Welche Ausgaben und welche Einnahmen habe ich? Wie oft bestelle ich beim Lieferdienst? Wie oft gehe ich shoppen? Brauche ich den dritten Streamingdienst?

"In der Budget-Beratung der FSW Schuldenberatung gibt es auch die Möglichkeit, kostenlos die Aus- und Einnahmen gemeinsam mit den Schuldenberatern zu analysieren und Einsparpotenziale aufzuzeigen. Am wichtigsten ist: Sich lieber früher als später bei finanziellen Problemen an eine staatlich anerkannte Schuldenberatung zu wenden", so Steinmann.

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