Der "Heute"-Bericht über einen ehemaligen Manager, der vor allem Hilfsarbeiter-Jobs angeboten bekam, hat Dutzende Reaktionen ausgelöst. Auch Rainer W. (Name der Redaktion bekannt) meldete sich mit seinem bewegenden Fall.
Der Wiener war vor einigen Jahren hoch angesehener Prokurist einer US-Firma. Es war die heimische Filiale eines bekannten US-Chemiekonzerns. In seiner Führungsposition – er war auch stellvertretender Geschäftsführer – hatte er bis zu 40 Mitarbeiter unter sich.
Doch dann – der oberste Chef wurde ausgetauscht – kam der überraschende Jobverlust: Für Rainer W. begann die lange, frustrierende Arbeitssuche.
"Das AMS konnte mir keine Stelle anbieten", erzählt Rainer W. im Gespräch mit "Heute". Stattdessen sei er direkt an eine Außenstelle geschickt worden.
Dort sollte er einen Kurs besuchen, in dem gelehrt wird, wie man Bewerbungsschreiben aussagekräftig schreibt: "Was soll das? Ich habe bis zu 40 Leute unter mir gehabt, war Prokurist und stellvertretender Geschäftsführer."
Für ihn sei das kaum nachvollziehbar gewesen. "Nichts ist dabei rausgekommen", sagt er zu "Heute".
Rainer W. beließ es nicht bei den Vermittlungsvorschlägen. Nach eigenen Angaben schrieb er rund 120 Bewerbungen. Doch auch dabei gab es keine Job-Ausbeute: "Ab einem gewissen Alter will niemand mehr etwas von einem wissen", sagt er resignierend. Schließlich nahm er einen Job am anderen Ende der Karriereleiter an, er wurde Lagerarbeiter.
Doch auch dort fand er kein Glück. Rainer W. erkrankte an einer Lungenentzündung und verlor seinen Arbeitsplatz.
"Ich musste meine Wohnung verkaufen. Wir leben jetzt in einer kleinen Genossenschaftswohnung."