Aufstehhilfe für Wiener

Mann ans Bett gefesselt– 29 Kilo Paket nicht zugestellt

Der Kauf einer Aufstehhilfe wurde für ein Ehepaar zu einem Drama. Weil die Lieferung nicht ankam, konnte der Wiener nicht in seinen Rollstuhl.
Yvonne Mresch
28.09.2026, 05:45
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"Ich verstehe das nicht, alle Speditionen finden zu mir, nur die Post nicht", ärgert sich Sofia P. (Name geändert). Gemeinsam mit ihrem 80-jährigen Mann lebt die 60-Jährige in einem Kleingartenverein in Wien-Floridsdorf. Ihr Mann hat Pflegestufe 5, leidet an mehreren Krankheiten, kann das Haus nicht verlassen und nicht selbst aufstehen. Eine 24-Stunden-Betreuung unterstützt die Ehefrau bei der Pflege.

"Musste mir Wagen kaufen"

"Da wir eben eine Betreuerin haben, ist bei uns immer jemandzu Hausee. Zu jeder Zeit", so Sofia P. Dennoch: Als sie eine neue Aufstehhilfe für ihren Mann bestellte, "begann der Horror". Zunächst läutete niemand an der Tür. "Ich hatte nicht einmal einen Zettel im Postkasten und habe nur online gesehen, wo das Paket liegt." Das Problem: Das Paket wird in zwei Teilen geliefert und hat ein Gewicht von 26 und 29 Kilogramm.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Der Sessel ist für den pflegebedürftigen Mann ein wichtiges Hilfsmittel.
Sabine Hertel

Da die Wienerin kein Auto besitzt, musste also eine Alternative her: "Ich bin zu einem Geschäft gegangen und habe mir einen Wagen gekauft, mit der ich die Pakete dann nach Hause gebracht habe", erzählt die verärgerte Anrainerin. Beim Zusammenbauen bemerkte sie jedoch, dass der Sessel kaputt war – ein neuer musste also her. "Ich habe ihn noch einmal bestellt aber wieder hat niemand damit an der Tür geläutet."

"Ich habe zu Hause geweint"

Diesmal lag ein Zettel im Postfach mit einer Adresse, an welcher Station das Paket hinterlegt sei. Diese war jedoch zu Fuß zu weit für die Wienerin. Sie bat ihre in Niederösterreich lebende Tochter, eine Stunde nach Wien zu fahren, um das lang ersehnte Paket zu holen. "Als sie ankam, war es nicht dort. Wir haben die Info bekommen, dass es an einem anderen Standort ist. Dort ist es aber am Schalter abzuholen und meine Tochter müsste sich freinehmen, um wieder hinzufahren", erklärt Sofia P. ihren Hürdenlauf.

"Steine im Weg"

Die verzweifelte Wienerin wandte sich sowohl persönlich als auch telefonisch an die Post, bat um Unterstützung. "Ich habe gesagt, ich kann das nicht, wir schaffen das nicht. Und ich habe schließlich für die Lieferung gezahlt. Aber es hieß nur, es wird keinen zweiten Zustellversuch geben. Dabei gab es ja nicht mal einen ersten." Die Odyssee habe ihr bereits zugesetzt: "Ich bin schon zu Hausee gesessen und habe geweint, weil ich mich so gekränkt habe. Ich kann nicht mehr, das ist mir alles zu viel. Jeder schmeißt mir Steine in den Weg."

Post: "Werden Nachschulungen durchführen"

Währenddessen ist ihr Mann ans Bett gefesselt, kann ohne die bestellte Hilfe nicht aufstehen. "Wir müssen ihn immer zu zweit hochziehen, aber das ist extrem anstrengend", so Sofia P. "Ich verstehe einfach nicht, wieso wir der Post so ausgeliefert sind. Ich kann nicht, die Post will nicht. Das ist zum Verzweifeln!"

Endlich kam Lieferung an

Nach der Anfrage von "Heute" dann das große Aufatmen: "Das Paket wurde tatsächlich zugestellt und mein Mann kann nun endlich wieder mithilfe seines Sessels aufstehen", strahlt Sofia P. "Sie können sich gar nicht vorstellen, wie viel uns das bedeutet. Für andere ist es vielleicht "nur ein Paket" – für uns war darin aber ein wichtiges Ersatzteil, das meinem pflegebedürftigen Mann ein Stück Selbstständigkeit und Erleichterung im Alltag zurückgibt."

Post entschuldigte sich

Von der Post heißt es, man entschuldige sich bei der Familie. Man habe den Fall zum Anlass genommen, entsprechende Nachschulungen durchzuführen. Und: "Die Mitarbeiter*innen wurden erneut sensibilisiert, um eine korrekte Zustellung sicherzustellen."

ym,28.09.2026, 05:45
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