Pizza-Bäcker Luigi Tesoro kommt wie Hollywood-Diva Sophia Loren aus Pozzuoli bei Neapel – und blieb vor 26 Jahren als Saisonarbeiter in Wien picken. Mittlerweile bringt er Hunderttausenden auf YouTube, Instagram, TikTok und Co. bei, wie Pizza und Pasta wirklich schmecken sollen.
Dabei nimmt sich der Italiener kein Blatt vor den Mund. Vor allem manche italienischen Gerichte, die in Wien auf Tellern landen, liegen dem leidenschaftlichen Foodblogger oft schwer im Magen. "Ich glaube, die italienische Küche ist die meist-misshandeltste Küche der Welt", so Tesoro im Gespräch mit "Heute".
Bei Carbonara oder Tiramisu mit Schlag, "Alfredo" mit Schwammerln oder Hendl und Pizza mit Ananas endet Tesoros Toleranz. Auch wenn Pasta schon nach wenigen Minuten auf dem Tisch steht, wird er misstrauisch. Pasta brechen oder abschrecken? Tabu. Wer Öl ins Nudelwasser gibt, gießt bei ihm Öl ins Feuer: "Wozu?" Und: "Auf eine Margherita kommen geschälte Tomaten, keinesfalls passierte. Basta", stellt der Italiener klar.
In Wien schmeckt dem Neapolitaner das Essengehen oft nicht. Der Grund sei auch ein Generationswechsel hinterm Herd – statt des Produktes stehe nun der Profit im Zentrum. Darüber dass oft "Qualität und Kontinuität" fehlen, könne auch kein schickes Lokal hinwegtäuschen.
"Selbsternannte Foodblogger", die zu 90 Prozent nicht einmal "ein Stück Holz von einem Tiefkühl-Fischstäbchen" unterscheiden könnten, machen das Gastro-Fiasko perfekt. Nur die Preise sind gesalzen, am Rest werde gespart. Aber Geld verleihe dem Essen keinen Geschmack. "Das Licht am Ende des Tunnels ist ein Zug, der entgegenkommt", warnt der Pizza-Papst, der andererseits auch gut und gern "14 oder 15 Euro" für eine Pizza blecht – "wenn alles passt". Nur bei einer Hawaii ist’s vorbei…