Gesundheit

Mann verliert Piercing – findet es in der Lunge wieder

Joey Lykins verliert im Schlaf seinen Nasenring. Nach fünf Jahren enthüllt ein Röntgenbild, wo es die ganze Zeit gesteckt hatte.

Sabine Primes
Symbolbild.
Symbolbild.
Getty Images/iStockphoto

"Der Arzt sagte, ich hätte den besten Fall der Nacht gewonnen", erzählt Joey Lykins den "Kennedy News" von seiner atemberaubenden Tortur. Der 35-jährige Mann aus Cincinnati (USA) trägt 12 Piercings – normalerweise. Denn als er eines Morgens aufwacht, ist sein Septum-Piercing weg und auch nirgends zu finden. "Ich dachte, ich hätte es vielleicht verschluckt. Ich habe überall gesucht. Ich habe das Bett umgedreht. Ich habe alles getan, es aber nicht gefunden."

Ein Septum-Piercing ist ein Piercing durch das Bindegewebe des Nasenscheidewandknorpels. Der Name leitet sich von dem lateinischen Begriff für diese ab: Septum nasi. Es ist eines der ältesten Piercings und weltweit in vielen Kulturen traditionell vertreten.

Starker Husten

Schließlich gibt der junge Mann auf und ersetzt den Nasenschmuck. Das verlorene Accessoire gerät in Vergessenheit – bis er vor einigen Wochen um 2:30 Uhr nachts aufwacht und sehr stark hustet. "Ich hustete so stark, dass mein Rücken anfing zu schmerzen. Ich hatte das Gefühl, als würde etwas meine Atemwege blockieren und ich dachte, ich sei krank. Zunächst denkt er an eine Lungenentzündung oder eine andere Atemwegserkrankung und begibt sich ins Spital.

Das Ergebnis verschlägt ihm den Atem: Die Röntgenaufnahmen zeigen, dass sein verlorenes Piercing auf unerklärliche Weise im oberen Lappen seiner linken Lunge steckt. "Der Arzt kam herein, zeigte mir das Röntgenbild und sagte: Kommt Ihnen das bekannt vor?" Lykins konnte es nicht glauben. "Ich dachte: 'Das ist doch nicht Ihr Ernst! Das habe ich schon gesucht.'" Er glaubt, dass der Ring beim Schlafen aus seiner Nase gefallen ist und dann seine Luftröhre hinunter wanderte und in seiner Lunge landete. Skurrilerweise hatte ihm der Nasenring bis vor kurzem keine Probleme bereitet. "Ich habe gehustet, aber ich habe mir nie viel dabei gedacht", so Lykins, der froh ist, dass der Ring nicht seine Lunge durchbohrt hatte.

Erfolgreich entfernt

Dennoch wurde der Patient drei Tage später für eine Operation an einen Spezialisten überwiesen. Er unterzog sich einer Bronchoskopie, bei der die Ärzte einen dünnen Schlauch durch seinen Hals in die Lunge einführten, um den vergrabenen Schatz zu bergen. "Sie betäubten mich, steckten eine Kamera mit einem kleinen Greifer in meine Luftröhre, griffen das Piercing, zogen es heraus und gaben es mir zurück", schildert Lykins, der sich verständlicherweise dagegen entschied, es wieder in seine Nase zu stecken. "Ich habe es als Souvenir behalten".