Ein heute 34-jähriger Brite wurde am Londoner Strafgericht Old Bailey wegen Mordes verurteilt – für eine Tat, die er als 14-Jähriger beging. Zum Verhängnis wurde ihm, dass sein Opfer 15 Jahre nach der brutalen Attacke an den Spätfolgen verstarb.
Am 13. September 2006 war der damals 16-jährige Daniel Allright mit zwei Freunden im Südosten Londons auf Fahrrädern unterwegs. Im Stadtteil Lewisham wurden die Jugendlichen von einer Gruppe Gleichaltriger angesprochen. Als die Teenie-Gang Wertsachen forderte, stellte sich Allright schützend vor seine Freunde.
Auf die Frage eines Angreifers, ob er kämpfen wolle, antwortete der 16-Jährige: "Warum sollte ich mich mit dir schlagen? Ich kenne dich doch gar nicht", berichtet die "Bild". Daraufhin eskalierte die Situation.
Der Täter bekam von einem Komplizen ein Holzstück gereicht und befahl Allright, vom Fahrrad zu steigen. Dann drosch er mit dem Holzstück und einer Fahrradkette auf ihn ein. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen. Nur wenige Monate später bekam er seinen ersten epileptischen Anfall. Ärzte diagnostizierten eine posttraumatische Epilepsie, ausgelöst durch die Hirnverletzungen.
Im März 2022 starb Allright im Alter von 31 Jahren nach einem schweren epileptischen Anfall in seinem Badezimmer. Die Obduktion ergab: Der tödliche Anfall war eine direkte Folge der Attacke von 2006.
Nach dem Tod des Opfers rollten die Behörden den Fall neu auf. Die Geschworenen folgten der Darstellung der Staatsanwaltschaft und sprachen Jordan B. zwei Jahrzehnte nach der Tat des Mordes schuldig. Dem Täter droht nach britischem Recht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Eine Entscheidung über das Strafmaß wurde noch nicht getroffen.