Ein dramatischer Zwischenfall auf einem Flydubai-Flug hat nun Folgen für den Flugverkehr nach Israel. Nachdem ein Kopilot seinen Kapitän im Cockpit angegriffen haben soll, will Israel ausländische Piloten künftig strengeren Sicherheitskontrollen unterziehen.
Gleichzeitig hat Flydubai ihre Verbindungen nach Tel Aviv vorübergehend eingestellt. Die Airline fliegt die Strecke zwischen Dubai und Tel Aviv normalerweise bis zu zehnmal täglich und ist damit der wichtigste Anbieter auf dieser Verbindung.
Der Zwischenfall ereignete sich am Mittwoch auf Flug FZ1073. Der Kopilot soll versucht haben, den Kapitän außer Gefecht zu setzen und offenbar einen Absturz der Boeing 737 Max herbeizuführen.
Passagiere und eine mitreisende Crew griffen ein und verhinderten Schlimmeres. Die Maschine wurde sicher nach Tabuk in Saudi-Arabien gebracht. Von dort brachte später ein anderes Flugzeug von Flydubai die Passagiere nach Tel Aviv.
Während die Behörden den Vorfall untersuchen, bleiben die regulären Flydubai-Flüge nach Tel Aviv vorerst ausgesetzt.
Damit sitzen auch israelische Staatsbürger in Dubai fest, die ihre Rückreise mit Flydubai geplant hatten. Laut dem israelischen Portal "Ynet" sind deshalb Agenten des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet nach Dubai gereist.
Sie sollen dort Sicherheitsmaßnahmen für Rückholflüge vorbereiten. Diese sollen ab Freitag stattfinden.
Israel reagiert außerdem mit verschärften Sicherheitskontrollen. Ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte laut Reuters: "Wir werden die Identität jedes Piloten, der nach Israel fliegt, kennen und ihn einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen."
Bei israelischen Airlines gelten bereits besondere Sicherheitsmaßnahmen. Auf internationalen Flügen befinden sich bewaffnete Luftsicherheitsbeamte an Bord. Flugzeuge von El Al verfügen zudem über Raketenabwehrsysteme. Bei ausländischen Fluggesellschaften gelten diese Vorkehrungen nicht.
Ein nicht namentlich genannter israelischer Luftsicherheitsexperte erklärte gegenüber der "Times of Israel": "Es kann sich um einen Flug mit 400 Personen aus Dubai handeln, ohne dass ein Air Marshal an Bord ist".
Israel könne ausländischen Fluggesellschaften demnach weder Sicherheitsbeamte an Bord noch bestimmte zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen vorschreiben.
Auch die Nationalität ausländischer Piloten könne Israel laut dem Experten nicht beschränken, solange diese das Flugzeug nicht verlassen.
Bei dem Kopiloten von Flug FZ1073 soll es sich um einen omanischen Staatsbürger handeln. Zwischen Israel und Oman bestehen keine diplomatischen Beziehungen.
Israelische Medien hatten zunächst berichtet, dass Cockpitbesatzungen aus Staaten ohne entsprechende Beziehungen zu Israel keine Flüge in das Land durchführen dürften und dies über Vereinbarungen mit den jeweiligen Staaten geregelt werde. Im konkreten Fall müsste eine solche Vereinbarung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten bestehen, da Flydubai dort ansässig ist und der betroffene Flug von Dubai aus startete.