Während SMS gezeigt werden

Marius sitzt vor Gericht – seine Ex hört alles mit

Während vor Gericht intime Nachrichten aus der Tatnacht vorgelesen werden, sitzt ausgerechnet seine Ex-Freundin im Saal und hört aufmerksam zu.
Heute Entertainment
11.02.2026, 13:37
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Im Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) bekommen die vor Gericht verlesenen SMS eine zusätzliche, beklemmende Dimension: Seine Ex-Freundin, die sogenannte "Frogner-Frau", sitzt während der Verhandlung im Publikum und hört mit an, wie ihre privaten Nachrichten Wort für Wort vorgelesen werden. Nur wenige Meter vom Angeklagten entfernt.

Die SMS stammen aus jener Nacht, in der es laut Anklage zu einer Vergewaltigung auf den Lofoten gekommen sein soll. Während Marius sich dort mit seinem Tinder-Date annäherte – dem späteren mutmaßlichen Opfer – schrieb er parallel liebevolle Nachrichten an seine damalige Partnerin.

Sätze wie "Habe dich sehr lieb, mein Schatz" oder "Ich lege mich schlafen" wurden zwischen 2.33 Uhr und 2.56 Uhr verschickt. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich jedoch nicht allein im Bett, sondern bei der anderen Frau.

Für die "Frogner-Frau" ist es ein öffentlicher Moment maximaler Intimität. Sie war es, die mit ihrer Anzeige am 4. August 2024 die Ermittlungen gegen Borg Høiby ins Rollen brachte. Gegen ihn besteht mittlerweile ein Kontaktverbot, das er laut Aktenlage mehrfach verletzt haben soll. Nun sitzt sie im Gerichtssaal und hört Nachrichten, die einst nur für sie bestimmt waren. Vorgetragen von Staatsanwälten, dokumentiert in Akten, bewertet von Richtern.

Marius zeigt sich eifersüchtig

Besonders auffällig ist der Kontrast zu Marius’ Aussage vom Vortag. Da erklärte er über genau diese Frau: "Sie ist die einzige Frau auf der ganzen Welt. Das ist sie immer noch." Während diese Worte noch im Raum stehen, werden nun SMS verlesen, die zeigen, dass er sie in der fraglichen Nacht im Glauben ließ, er würde schlafen, während er zeitgleich mit einer anderen Frau intim wurde.

Auch Eifersucht spielt vor Gericht eine Rolle. Als Marius in jener Nacht per Snapchat erfuhr, dass seine Ex-Freundin mit einem anderen Mann unterwegs sei, reagierte er emotional. Er schrieb ihr: "Ich bin so höllisch eifersüchtig" und warnte den anderen Mann in Nachrichten, er solle sich von ihr "fernhalten". Laut Handydaten versuchte Borg Høiby gegen 4.05 Uhr erneut, seine Ex zu erreichen, während er sich noch bei der Lofoten-Frau aufhielt.

Parallel werden technische Daten ausgewertet. Ermittler Stig Berg Larsen erklärt im Zeugenstand, dass der Puls des mutmaßlichen Opfers während der entscheidenden Zeit zunächst ruhig blieb, dann anstieg. Ein möglicher Übergang vom Schlaf- in den Wachzustand. Das belastende Video, das ohne Wissen der Frau aufgenommen worden sein soll, entstand laut Beweiskette um 4.57 Uhr.

Während Zahlen, Uhrzeiten und Metadaten analysiert werden, bleibt eine Konstante sichtbar: Die Ex-Freundin sitzt im Saal, hört jede Nachricht, jede Liebesbekundung, jede zeitliche Überschneidung. Der Prozess ist für sie nicht nur juristisch – sondern zutiefst persönlich.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.02.2026, 14:02, 11.02.2026, 13:37
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