Künftiger SPÖ-Vizekanzler

Marterbauer: "Herbert Kickl wird niemals Bundeskanzler"

Im "Heute"-Interview sprach Finanzminister Markus Marterbauer über die krisengebeutelte SPÖ, die Paketabgabe, Babler – und rechnete mit Kickl ab.
15.10.2026, 19:00
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Im Jänner will Finanzminister Markus Marterbauer – so es seine Gesundheit zulässt – zusätzlich auch das Vizekanzleramt übernehmen. Im großen "Heute"-Interview (in voller Länge oben) sprach Markus Marterbauer unter anderem über:

Genesung nach Krebsdiagnose

"Ich fühle mich ganz fit. Ich habe in den nächsten Tagen die letzte Chemotherapie und dann ist die Sache hoffentlich erledigt."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Andreas Babler

"Ich habe wirklich sehr gut mit Andreas Babler zusammengearbeitet. Er hat mich in die Politik geholt und ich habe starken Rückhalt verspürt."

SPÖ-Schwerpunkte

"Das sind Sozialkompetenz, Wirtschaftskompetenz und eine aktive Klimapolitik."

Sein Regierungsteam

"Wir werden unser Team so zusammenstellen, dass es zu unseren inhaltlichen Schwerpunkten passt."

„Die Paketsteuer war keine Schnapsidee.“
Markus Marterbauer Finanzminister (SPÖ)
Finanzminister Marterbauer im "Heute"-Interview mit Chefredakteur Clemens Oistric
Sabine Hertel

Die Frage, wer SPÖ-Chef werden soll

"Wir werden eine gute Lösung finden. Zuerst bespreche ich das mit den geschäftsführenden Vorsitzenden Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher, die ich sehr schätze und mit denen ich sehr gut zusammenarbeite."

Wirtschaftskompetenz

"Die SPÖ hat die höchste Wirtschaftskompetenz aller Parteien. Wir sind die, die das Budget sanieren. Die, die vorher waren, haben das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen."

Migration

"Wir müssen Kontrolle haben, aber wir brauchen langfristig Zuwanderung – den bosnischen Pfleger, die syrische Ärztin – zur Aufrechterhaltung unseres Wirtschafts- und Sozialsystems. Vor allem aber müssen wir die Menschen, die da sind, gut integrieren."

Kreuz im Klassenzimmer

"Welche religiösen Symbole in den Schulen sind, kümmert mich nicht."

„Was ich nicht will, ist, wenn in der Volksschule die Burschen den Mädchen sagen, dass sie Menschen zweiter Klasse sind.“
Markus Marterbauer ist mit dem Fortgang seiner Genesung zufrieden.
Sabine Hertel

Was ihn kümmert

"Ich will, dass Menschen für die Demokratie erzogen werden und gute Mitglieder unserer Gesellschaft werden. Deshalb werden wir in jedes Kind investieren, egal an welchen Gott ihre Eltern glauben."

Werte

"Die Menschen müssen Deutsch können. Das heißt nicht, dass sie sich in jedem Bierzelt wohlfühlen oder im oberösterreichischen Dialekt sprechen müssen. Aber sie müssen für Demokratie eintreten und für Frauenrechte. Das sind die zentralen Werte unserer Gesellschaft. Was ich nicht will, ist, wenn in der Volksschule die Burschen den Mädchen sagen, dass sie Menschen zweiter Klasse sind und die Burschen anschaffen, was die Mädchen zu tun haben."

Hochsteuerland Österreich

"Das stimmt grundsätzlich. Wir haben aber auch sehr gute Leistungen – ein super Gesundheitssystem, gute Schulen und Universitäten, eine gute Infrastruktur. Wer das alles will, muss auch bereit sein, Steuern zu zahlen."

Paketsteuer

"War keine Schnapsidee. Sie kostet ungefähr 280 Millionen und dient als Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung, die den Menschen 400 Millionen bringt. Insgesamt handelt es sich also um eine Steuersenkung und dient dazu, Nahrungsmittel billiger zu machen."

Marterbauer sieht in Paketabgabe sogar eine Steuersenkung.
Sabine Hertel

Linke Tasche, rechte Tasche

"Wenn wir irgendwo in die Offensive gehen, müssen wir das auch finanzieren, denn sonst steigt das Defizit."

Budgetsanierung

"Wir sind auf einem sehr guten Weg, das Budget in Ordnung zu bringen. Je besser sich die Wirtschaft entwickelt und vor allem, je stärker die Beschäftigung steigt und je rascher die Arbeitslosigkeit zurückgeht, desto besser ist das fürs Budget."

Hoffnung auf Wirtschaftsaufschwung

"Die Industrie befindet sich im Moment in einer deutlichen Erholung. Ich hoffe, dass der Einzelhandel und andere Dienstleistungsbereiche auch bald mitziehen. Und ich hoffe, dass der amerikanische Präsident Trump uns nicht in die Suppe spuckt. Dann bin ich ganz optimistisch."

Warum gespart werden muss

"Damit uns die Zinszahlungen nicht auffressen und wir langfristig die Pensionen, das Gesundheitssystem und die Infrastruktur finanzieren können."

FPÖ

"Ich glaube nicht, dass Kickl jemals Bundeskanzler wird. Die FPÖ ist von extremistischen Kräften unterwandert, und sie hat auch bei Sachthemen für kein einziges Problem eine Lösung. Mit Kickl will niemand zusammenarbeiten, weil er gar nicht zur Zusammenarbeit in der Lage ist."

Verhindern einer FPÖ-geführten Bundesregierung

"Solange die sachorientierten, die kompetenten demokratischen Parteien zusammenarbeiten, werden die extremistischen Kräfte in Österreich nicht ans Ruder kommen."

Vorgezogene Neuwahlen

"Nein, keinesfalls. Im Herbst 2029 ist der reguläre Wahltermin, und bis dahin arbeiten wir konstruktiv. Die SPÖ ist bereit dazu und auch ich persönlich werde alles dafür tun, dass die Regierung erfolgreich ist."

Und wie das die ÖVP sieht

"Ich spreche immer wieder mit dem Bundeskanzler. Der ist am Erfolg der Regierung höchst interessiert. Wir arbeiten gut zusammen, und ich glaube, es gibt überhaupt keinen Grund, jetzt in Neuwahlen zu gehen."

Wie SPÖ der Turnaround gelingen kann

"Das Erfolgsrezept muss, muss kompetente Sacharbeit sein."

coi, Akt. 15.10.2026, 19:49, 15.10.2026, 19:00
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