Eine leicht bekleidete Pamela Rendi-Wagner auf dem Schoß von Heinz-Christian Strache, dazu Sexspielzeug in der Hand: Die skurrile Szenerie bei einer Schießveranstaltung für Exekutivbeamte in Kennelbach (Vbg.) sorgt drei Jahre später für gehörigen Wirbel – auch "Heute" berichtete. Nun meldet sich auch einer der unfreiwilligen Hauptdarsteller zu Wort: Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (56).
Und der nimmt seine überraschende Liaison mit der ehemaligen SPÖ-Chefin mit Schmäh: "Mit Rendi-Wagner (SPÖ) als Puppenpaar, so schnell kommt man in Österreich zu einer Koalition, der man nie zugestimmt hat. Ich kann aber darüber lachen. Politische Satire darf schließlich auch mich treffen", so Strache in einem Facebook-Posting.
Ganz ohne Kritik lässt der ehemalige Vizekanzler die pikante Inszenierung allerdings nicht durchgehen: "Von Exekutivbeamten darf man trotzdem mehr Fingerspitzengefühl im Rahmen einer Schießveranstaltung erwarten, und zwar nicht nur am Abzug."
Unterdessen verteidigt sich die Interessengemeinschaft "Schießkeller Kennelbach" gegen die Kritik. Die Politiker-Puppen hätten lediglich als Kulisse gedient, auf sie sei nie geschossen worden. Die Idee wäre während der Aufbauarbeiten entstanden – unter dem Motto "Ibiza wie es wirklich war".
Auch den Sexismus-Vorwurf weist der Verein vehement zurück. Das auf Fotos erkennbare Sexspielzeug sei ursprünglich gar nicht Teil der Inszenierung gewesen, sondern erst während der Veranstaltung von einem der rund 150 Mitarbeitenden platziert worden. "Unser zugegebener Fehler war, das Gerät nach Feststellung nicht entfernt zu haben", räumt Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Rösler ein.
Mittlerweile beschäftigt die Puppen-Posse sogar die Bundespolitik. Grünen-Abgeordnete Nina Tomaselli forderte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) auf, sich bei Rendi-Wagner zu entschuldigen. Dieser wies den Vorwurf des strukturellen Sexismus zurück und sprach von "privaten Umtrieben eines privaten Vereins".