"Massiver Kostenschub" nun bei diesen Lebensmitteln

Aktuell kämpft die Handelsbranche mit historischen Teuerungsraten und akuter Personalknappheit. (Symbolbild) 
Aktuell kämpft die Handelsbranche mit historischen Teuerungsraten und akuter Personalknappheit. (Symbolbild) Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com
Die Preise für Lebensmittel dürften demnächst wieder steigen. Der Grund sind gestiegene Preise für Energie, Verpackungsmaterialien und Produktion.

Derzeit sieht es ganz danach aus, als dürften die Preise für Lebensmittel weiter steigen. Der Grund sind die für die Produzenten steigenden Preise für Energie, Verpackungsmaterialien und Handarbeit. Jene könnten sich nun gezwungen sehen, die Preise an die Konsumenten weiterzugeben.

Besonders betroffen hiervon sind die heimischen Agrarhändler. Jenen setzen neben den Kostensteigerungen auch Personalnot zu.

 Für die Händler von Getreide, Wein, Obst, Gemüse sowie Schlacht- und Zerlegebetriebe werde es unumgänglich, zumindest einen Teil der Kostensteigerungen zu übertragen.

Das geht aus einer gemeinsamen Aussendung vom Freitag hervor, in der Vertreter der verschiedenen Händler Alarm schlagen.

Preissteigerungen an Konsumenten weitergegeben

Besonders problematisch seien Kosten für Vorleistungen und Rohstoffe wie Energie, Verpackungen, Maschinen sowie steigende Lohnkosten der Branche. Nicht zu vergessen sind die zuletzt deutlich gestiegenen Energiekosten, die sämtliche Wirtschaftsbereiche europaweit belasten.

Insgesamt hat die Inflation in Österreich zuletzt schon auf ein Zehnjahreshoch angezogen. Und die Preissteigerungen seien sehr lange nicht weitergegeben worden, schildert Gerhard Wohlmuth, Obmann des Agrarhandels und Vorsitzender des Weinhandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die aktuelle Lage.

"Historische Teuerungsraten"

Er stellt fest: "Egal ob bei den Energiekosten, im Baubereich, bei Maschinen, beim Verpackungsmaterial oder bei Transportleistungen: die Branche kämpft mit historischen Teuerungsraten und akuter Personalknappheit", sagt Roland Ackermann, Vorsitzender des Ausschusses für Vieh- und Fleischhandel in der WKÖ.

"Einzelne fleischverarbeitende Betriebe können durch die Marktsituation gezwungen sein, die massiven Teuerungen im Rahmen ihrer Preisgestaltung zu berücksichtigen. Betriebswirtschaftlich wäre dies sonst für viele Unternehmen nicht zu stemmen."

Massiver Kostenschub

Auch Dietmar Schweiggl, Chef des WKÖ-Obst- und Gemüsehandels, zeichnet eine ähnliches Bild: "Im Bereich Obst und Gemüse führt unter anderem der hohe Anteil an Handarbeit – von der Ernte über die Produktbearbeitung – in Verbindung mit gestiegenen Personalkosten zu einem massiven Kostenschub". 

 "Bei bestimmten Verpackungsmaterialien belaufen sich die Teuerungen im Vergleich zum Vorjahr auf bis zu 30-40 Prozent."

Beim Getreide führen die Entwicklungen auf den globalen Märkten zu Rekordpreisen. "Die gestiegene Nachfrage nach Futtergetreide in China sowie mengenmäßig und qualitativ schwach ausgefallene Weizenernten in den USA und Kanada sowie Qualitätsprobleme in Frankreich und Deutschland treiben die Preise von Getreide und Ölsaaten immer weiter nach oben", erläutert Peter Gartner, WKÖ-Vorsitzender des Getreidehandels.

Auch die Preise für Brot- und Futtergetreide an der Börse für landwirtschaftliche Produkte in Wien lägen mittlerweile mehr als 70 Prozent über dem Vorjahresniveau.

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