Der Geruch von verbranntem Gummi lag in der Luft, lang bevor man die Flammen sah. Beißender, schwerer Rauch hing über der A21 Wiener Außenring Autobahn, nachdem ein mit Reifen beladener Sattelzug in Vollbrand stand. Zehntausende Autos fahren hier die tägliche Strecke zur Arbeit.
Als die meisten sich für ihren Büroalltag bereitmachten, wurde die Freiwillige Feuerwehr Alland am Freitag um 6.39 Uhr zu einem "B2 Groß-Fahrzeugbrand" alarmiert. "Am Anfang war schon richtig viel Rauch, die Rauchsäule hat man auch klar gesehen", schildert Feuerwehrsprecherin Alexandra Dietl von der Feuerwehr. Die Feuerwehr schreibt später: "Der in Vollbrand stehende LKW wurde mit einem massiven Löschangriff mit mehreren Schaumrohren gleichzeitig rasch gelöscht."
Besonders herausfordernd war die Ladung: Autoreifen. Der Gummi der Reifen schmolz, brannte immer wieder auf, der Gestank lag schwer in der Luft und drückte in die Lungen. Zwei Lkw mussten das Ladegut zerteilen, während parallel weiter gelöscht wurde.
Um die Wasserversorgung an der exponierten Stelle sicherzustellen, wurde ein Großtankwagen angefordert und ein Pendelverkehr ins umliegende Hydrantennetz eingerichtet. Im Einsatz stehen die Feuerwehren Alland, Brunn am Gebirge, Groisbach, Heiligenkreuz, Klausen-Leopoldsdorf, Sittendorf, Sparbach
Gefahr für Anrainer bestand laut Feuerwehr nicht, da der betroffene Abschnitt nicht in einem besiedelten Gebiet liegt. Für Autofahrer jedoch hatte der Brand massive Folgen: Die A21 wurde in beide Richtungen gesperrt. Der Rückstau wuchs rasch an – kein Wunder auf einer Autobahn, die zu den meistbefahrenen Strecken rund um Wien zählt.
Auch am Freitagnachmittag sind die Nach- und Aufräumarbeiten noch im Gange. 8,5 Stunden nach dem ersten Notruf – kurz nach 15 Uhr – gab es immer noch 5 Kilometer Stau auf der Autobahn. "Jetzt ist sicher keine Gefahr mehr für den Menschen, aber die Arbeiten dauern bis in den Nachmittag", so Dietl. Die Hoffnung der Einsatzkräfte: dass zumindest eine Fahrtrichtung wieder freigegeben werden kann, sobald der Rauch verzogen ist und die Löscharbeiten endgültig abgeschlossen sind.