Russland meldet einen neuen Angriff mit seiner Hyperschallrakete "Oreschnik" auf Ziele in der Ukraine. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hätten die russischen Streitkräfte in der Nacht auf Freitag mit der Oreschnik "strategische Ziele" angegriffen.
In Kiew meldeten die Behörden mindestens vier Todesopfer. 13 weitere Menschen seien verletzt worden. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der gesamten Ukraine vor Raketenbeschuss. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einem "Test" für die westlichen Verbündeten seines Landes.
Die Attacken seien demnach "als Reaktion auf den Terroranschlag des Kiewer Regimes" auf eine Residenz von Kreml-Chef Wladimir Putin Ende Dezember erfolgt – ein Vorwurf, den die Ukraine als "Lüge" zurückgewiesen hat.
Das Ministerium sprach von einem "massiven Schlag mit hochpräzisen Waffen mittlerer Reichweite". Dabei seien demnach insbesondere Mittelstreckenraketen vom Typ Oreschnik sowie Drohnen eingesetzt worden. Als Ziele nannte das russische Verteidigungsministerium ukrainische Drohnen-Produktionsstätten und Energie-Infrastruktur.
Zur Oreschnik machte Moskau erneut Angaben zu Leistung und Einsatz: Nach Angaben von Putin erreicht die neuartige Rakete eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde.
Die ukrainische Armee hatte mitgeteilt, im westukrainischen Lwiw habe eine ballistische Rakete Infrastruktureinrichtungen getroffen. Der örtliche Bürgermeister sagte zunächst, es sei Sache des ukrainischen Militärs, zu bestimmen, ob eine Oreschnik-Rakete eingesetzt worden sei. Die örtliche Militärverwaltung erklärte, die Strahlenwerte lägen im normalen Bereich.
Später teilte die ukrainische Luftwaffe mit, dass Russland in der Nacht 36 Raketen und 242 Drohnen verschiedener Bauarten auf die Ukraine abgefeuert habe. Der Luftabwehr sei es gelungen, 226 Drohnen und 18 Raketen abzufangen.
Mitte Dezember sei sie zudem im eng mit Russland verbündeten Belarus stationiert worden, wie der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko damals mitteilte. Erstmals eingesetzt wurde die atomwaffenfähige Oreschnik im November 2024 – ohne nukleare Ladung – gegen eine Rüstungsfabrik in Dnipro im Zentrum der Ukraine.