Der Countdown läuft: Am Montag, dem 17. November, soll von Kalifornien aus ein europäischer Hochwasser-Wächter ins All abheben. Der Satellit "Sentinel-6B" wird mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX gestartet - und soll künftig helfen, gefährliche Veränderungen des Meeresspiegels frühzeitig zu erkennen.
900 Millionen Menschen weltweit leben in Regionen, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen. Für sie kann jeder Zentimeter Anstieg zur Katastrophe werden. Der neue Satellit ist daher kein Zukunfts-Gadget, sondern ein Lebensretter - auch mit Technologie aus Wien: Die Meidlinger Firma "Beyond Gravity" liefert Teile der Thermal-Isolation und ein Ortungssystem, das den Satelliten auf wenige Zentimeter genau im All positioniert.
Gebaut wurde "Sentinel-6B", der auch ein zentrales Instrument der US-Raumfahrtbehörde NASA trägt, großteils von Hauptauftragnehmer "Airbus Defence and Space" in Deutschland. In Planung ist auch bereits ein Nachfolger, allerdings steht unter der Trump-Administration in den USA aktuell ein Fragezeichen hinter der amerikanischen Teilhabe, räumten Experten ein.
"Sentinel-6B" gehört zum Copernicus-Programm der EU und ergänzt seinen Zwilling "6A", der seit 2020 Daten liefert. Und die sind alarmierend: Im globalen Schnitt steigt der Meeresspiegel inzwischen um 4,2 Millimeter pro Jahr - doppelt so schnell wie noch in den 1990ern.
Die gesammelten Daten helfen nicht nur beim Klimamonitoring, sondern auch in der Schifffahrt, bei Wettervorhersagen und beim Schutz vor Extremwetter. Alle zehn Tage wird die gesamte Erde neu vermessen - Seen, Küsten, Strömungen und Wellen inklusive.