Bisaflor, Glurak & Turtok

Mega-LEGO-Pokémon-Set mit den Giganten in Steinform

Das Set LEGO Pokémon #72153 ist mit 6.838 Teilen eines der größten LEGO-Sets aller Zeiten. Für Pokémon-Fans ist es ein riesiger, aber teurer Spaß.
Rene Findenig
12.03.2026, 14:19
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Als LEGO Anfang des Jahres 2026 offiziell die Partnerschaft mit Pokémon einläutete, war die Erwartungshaltung riesig. Jahrzehntelang dominierten andere Klemmbaustein-Anbieter das beliebte Monster-Universum, nun bringt der dänische Spielwarenriese zum 30. Jubiläum der Taschenmonster seine eigene Interpretation der wohl ikonischsten Starter-Entwicklungen auf den Markt. Mit dem Set "LEGO Pokémon #72153 Bisaflor, Glurak und Turtok" wagt sich LEGO direkt an die Königsklasse – drei der beliebtesten Taschenmonster überhaupt in einem einzigen, groß dimensionierten Bausatz. Für Fans ist das nicht weniger als ein Paukenschlag.

Doch wie schlägt sich das Set im ausführlichen Test? Kann es sowohl eingefleischte LEGO-Baumeister als auch langjährige Pokémon-Trainer überzeugen? Und rechtfertigt der Umfang den aufgerufenen Preis von imposanten 650 Euro? Wir haben das Set intensiv aufgebaut, begutachtet und analysiert. Dass ausgerechnet die finalen Entwicklungen der Kanto-Starter neben Pikachu und Evoli als kleinere Sets den Auftakt markieren, ist alles andere als Zufall. Bisaflor, Glurak und Turtok stehen seit Ende der 1990er-Jahre sinnbildlich für den weltweiten Pokémon-Boom. Sie sind Aushängeschilder einer Marke, die Generationen geprägt hat.

Verpackung und erster Eindruck

LEGO wiederum ist bekannt dafür, ikonische Figuren und Welten in markante, kantige Designs zu übersetzen. Das Aufeinandertreffen dieser beiden Marken ist daher mehr als ein Lizenzprodukt – es ist eine strategische Liebeserklärung an Nostalgiker und wäre eigentlich auch eine Einladung an jüngere Fans, wenn da das Preisschild nicht wäre. So aber richtet sich das Modell an Sammler und Pokémon-Fans mit genügend Geld in der Tasche. Schon die Ankündigung sorgte international für Aufsehen. Dass LEGO sich gleich an drei großformatige Modelle wagt, zeigt Selbstbewusstsein. Die Verpackung zeigt sich hochwertig und modern.

Die Vorderseite zeigt die drei fertigen Modelle in dynamischer Pose vor einem schwarzen Hintergrund mit stilisierter Beleuchtung.. Auffällig ist die klare Positionierung: Die schwarze Box zeigt, dass es kein Set für Kinder im Grundschulalter ist, sondern sich an ein etwas älteres Publikum ab 18 Jahren richtet. Beim Öffnen der Schachtel fällt die Anzahl der nummerierten Tüten auf – 65! Der Umfang ist beträchtlich, die Bauteile sind sauber sortiert. Eine gedruckte Anleitung für jedes Pokémon separat liegt bei. Gebaut werden kann also auch unabhängig voneinander von mehreren Personen, ohne sich bei dem Modell in die Quere zu kommen.

Die Verpackung des Sets "Bisaflor, Glurak und Turtok" von LEGO präsentiert die drei fertigen Modelle großflächig und hochwertig inszeniert und macht sofort klar, dass sich das Set an Fans und Sammler richtet.
Rene Findenig

Organische Formen aus eckigen Steinen bei Bisaflor

Der erste Bauabschnitt widmet sich dem Pflanzen-Pokémon Bisaflor. Schon hier zeigt sich die zentrale Herausforderung des Sets: organische Rundungen in die geometrische LEGO-Welt zu übersetzen. Besonders der gewaltige Blütenrücken des Taschenmonsters verlangt nach kreativen Bautechniken. LEGO setzt hier auf geschichtete Platten, geschwungene Elemente und raffinierte Verbindungen, um eine möglichst natürliche Form zu erzeugen. Der Körper wirkt massiv und stabil. Die Beine sind breit angelegt, wodurch das Modell sicher steht. Die Blüte selbst ist mehrschichtig konstruiert, mit verschiedenen Grüntönen und Akzenten.

Die großen Augen und die markante Gesichtsform sind sofort erkennbar. Trotz der unvermeidlichen Kantigkeit bleibt der Charakter eindeutig identifizierbar. Wunderbar: Aufkleber gibt es in dem Set keine, alle Steine sind vorbedruckt. So sollte es bei einem Set dieser Größe und dieses Preises auch sein. Im Test zeigt sich: Der Aufbau macht Spaß, fordert aber Konzentration. Mehrfach werden kleinere Unterkonstruktionen gebaut, die später zu größeren Segmenten zusammengefügt werden. Das sorgt für Abwechslung und verhindert monotones Stapeln. Interessant: Das Maul und die Blüten am Rücken Bisaflors sind teilweise bewegbar.

Bisaflor überzeugt als massives und detailreiches Modell, dessen komplex konstruierte Blüte und stabile Körperstruktur die organische Vorlage überraschend gut in LEGO-Form übertragen.
Rene Findenig

Panzer, Technik und massive Präsenz bei Turtok

Nach dem pflanzengewaltigen Auftakt mit Bisaflor folgt das Wasser-Taschenmonster Turtok als zweites Modell im Bauprozess. Dabei überrascht vor allem die Konstruktion des markanten Panzers. Dieser wird in mehreren Schichten aufgebaut, wobei unterschiedliche Blautöne und glatte Fliesen kombiniert werden, um eine runde, möglichst geschlossene Oberfläche zu erzeugen. Trotz der typischen LEGO-Kanten entsteht so ein erstaunlich harmonischer Gesamteindruck. Die beiden Wasserkanonen auf dem Rücken sind teilweise beweglich ausgeführt und werden mithilfe stabiler Verbindungselemente sicher verankert.

Das sorgt nicht nur für optische Authentizität, sondern auch für Dynamik bei der Präsentation. Kopf und Arme können positioniert werden, wodurch verschiedene Haltungen möglich sind. Turtok wirkt kompakt und massiv – ganz im Sinne seiner Vorlage. Eine Besonderheit stellt auch die Basis dar, auf der Turtok platziert wird. Sie fällt detailreicher aus als jene von Bisaflor und ahmt mit bläulich-transparenten Bögen Wellen nach, die gegen einen Felsen schlagen. Zum Vergleich: Während die Basis von Bisaflor aus den Beuteln 1 bis 6 und Bisaflor aus 7 bis 27 gebaut wird, entsteht die Basis von Turtok aus 28 bis 37 und Turtok aus den Beuteln 38 bis 49.

Turtok wirkt besonders kompakt und robust, wobei der mehrschichtig gebaute Panzer und die beweglichen Wasserkanonen für Authentizität und einen gelungenen Präsentationswert sorgen.
Rene Findenig

Der feurige Höhepunkt des Bauprozesses bei Glurak

Den Abschluss des gesamten Bauvorgangs mit insgesamt 6.838 Teilen bildet schließlich Glurak samt feuriger Turm-Basis – und das fühlt sich bewusst inszeniert an. Schon beim Sortieren der letzten Beutel wird klar: Hier wartet das Überflieger-Modell des Sets. Die ausladenden Flügel samt Stoffsegeln dominieren die Konstruktion. LEGO setzt auf eine Kombination aus tragenden Rahmenstrukturen und flächigen Elementen, um Stabilität und Leichtigkeit miteinander zu verbinden. Die Flügelspannweite ist beeindruckend, ohne dass das Modell an Standfestigkeit verliert, die Turm-Basis mit Lava-Elementen ist überraschend stabil.

Der Schwerpunkt von Glurak selbst wird durch den kräftigen Körper und den massiven Schwanz mit der charakteristischen Flammenspitze ausgeglichen. Gerade beim Kopf zeigt sich viel Liebe zum Detail: Hörner, Augenpartie und das leicht geöffnete Maul sind sofort als Glurak erkennbar. Durch gezielt eingesetzte Technikelemente bleiben die Flügel stabil, selbst wenn man sie leicht verstellt. Als finales Modell sorgt Glurak für einen echten Wow-Moment – ein dramaturgisch starker Schlusspunkt des Bauprozesses. LEGO hat sich intensiv mit den Vorlagen auseinandergesetzt. Farben, Proportionen und markante Merkmale wurden umgesetzt.

Glurak bildet mit seinen großen Flügeln, der dynamischen Silhouette und der markanten Kopfgestaltung einen spektakulären Blickfang des Sets.
Rene Findenig

Drei große Pokémon, ein imposantes Bild

Natürlich gibt es Grenzen. Rundungen bleiben dennoch etwas kantig, filigrane Details müssen abstrahiert werden. Doch gerade diese stilisierte Darstellung macht den Reiz aus. Die Pokémon wirken wie eine Mischung aus Display-Modellen und klassischen LEGO-Skulpturen. Besonders positiv fällt auf, dass die Modelle auch aus verschiedenen Blickwinkeln überzeugen. Es gibt kaum "leere" Rückseiten oder unfertige Flächen. Selbst die Unterseiten sind sauber gestaltet. Im Alltagstest – also beim Umstellen, Transportieren und leichten Anstoßen – zeigen sich die Modelle robust. Nichts fällt sofort auseinander.

Kleinere Elemente können sich lösen, wenn man grob zugreift, doch insgesamt ist die Konstruktion durchdacht. Für Sammler ist die Präsentation entscheidend. Nebeneinander aufgestellt ergeben die drei Pokémon ein imposantes Bild, so richtig zur Geltung kommen sie aber, wenn sie zusammengeschoben und gemeinsam als Trio auf einer gemeinsamen Basis präsentiert werden. Die Größenverhältnisse stimmen, kein Modell wirkt verloren. Besonders in einem Regal oder auf einem Sideboard entfaltet das Set seine Wirkung. Platz ist aber nötig, denn das schwere Set misst rund 54 Zentimeter in der Breite und ist einen halben Meter hoch.

Umfang und Lizenz macht Preis wenig überraschend

Das Set richtet sich klar an ältere Baumeister und Sammler. Der Schwierigkeitsgrad ist moderat bis anspruchsvoll. Jüngere Kinder könnten beim Aufbau Unterstützung benötigen. Gleichzeitig bietet das Set genug Bauzeit, um auch erfahrene LEGO-Fans mehrere Stunden und sogar Tage zu beschäftigen. Der Spielwert ist vorhanden, steht aber keinesfalls im Vordergrund. Es handelt sich primär um ein Display-Modell. Bewegliche Elemente wie Flügel oder Kanonen erhöhen zwar die Dynamik, doch das Herzstück ist die Optik. Beim Preis positioniert sich das Set im oberen Segment. Angesichts des Umfangs und der Lizenz ist das wenig überraschend.

Entscheidend ist, ob die gebotene Qualität überzeugt – und das tut sie im Test. Die Anzahl der Teile des Sets, die Größe der Modelle und die Markenstärke sind Argumente für den hoch angesetzten Preis. Wer lediglich ein kleines Pokémon-Set für zwischendurch sucht, wird eher bei Pikachu und noch eher bei Evoli fündig. So beeindruckend das Gesamtpaket ist, ganz ohne Kritik kommt auch dieses Set nicht aus. Sie hält sich aber extrem in Grenzen, erwähnen lässt sich da maximal, dass sich einige Bauschritte wiederholen, etwa bei Bisaflors Blütenblättern oder der Wellenkonstruktion, auf der das Modell von Turtok schlussendlich thront.

Mega-LEGO-Pokémon-Set mit den Giganten in Steinform

Langfristig dürfte das Set vor allem für Nostalgiker und Sammler interessant bleiben. Die Kombination aus drei ikonischen Pokémon in einem Paket verleiht dem Bausatz einen besonderen Stellenwert innerhalb der LEGO-Pokémon-Reihe. Sollte LEGO die Reihe fortsetzen, wovon zum aktuellen Zeitpunkt auszugehen ist, könnte dieses Set rückblickend als Auftakt einer erfolgreichen Ära gelten. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Nachfrage hoch sein dürfte. Mit "LEGO Pokémon #72153 Bisaflor, Glurak und Turtok" gelingt LEGO ein selbstbewusster Einstieg in das Pokémon-Universum.

Für Sammler und Fans ist dieses Set mehr als nur Spielzeug – es ist ein Statement. Und es zeigt, dass die Partnerschaft zwischen LEGO und Pokémon enormes Potenzial hat.

Die drei Modelle – Bisaflor, Turtok und Glurak – sind detailreich, stabil und optisch beeindruckend. Der Aufbau ist abwechslungsreich und fordert Konzentration, ohne zu überfordern. Kleinere Schwächen wie die eingeschränkte Beweglichkeit oder einige (wenige) sich wiederholende Bauschritte trüben den Gesamteindruck keineswegs. Wer mit den Kanto-Startern aufgewachsen ist, erhält hier ein Stück Kindheit in moderner Klemmbaustein-Form. Vorausgesetzt natürlich, das notwendige "Kleingeld" ist für das hochpreisige Set vorhanden. Verkaufen dürfte sich das Set trotzdem problemlos, auch angesichts des Pokémon-Hypes.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } Akt. 13.03.2026, 11:20, 12.03.2026, 14:19
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