Wehrmauern erhöht

Mega-Schutz – Wienfluss für Hochwasser gerüstet

Erhöhte Mauern und sanierte Rückhaltebecken sollen die Stadt nun vor einem Hochwasser schützen, das statistisch alle 5.000 Jahre vorkommt.
22.10.2026, 14:23
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Die Bilder vom Rekordhochwasser 2024 sind noch vielen Wienern in Erinnerung. Damals verwandelte sich der Wienfluss binnen Stunden in einen reißenden Strom. Jetzt hat die Stadt ihren Hochwasserschutz massiv verstärkt: Die Rückhaltebecken in Auhof wurden saniert und ihre Wehrmauern erhöht. Damit soll Wien künftig sogar einem Hochwasser standhalten, das statistisch nur alle 5.000 Jahre auftritt.

440.000 Liter Wasser pro Sekunde

Beim Extremhochwasser im September 2024 wurde die Leistungsgrenze der sechs Rückhaltebecken in Auhof erstmals nahezu ausgeschöpft. Zeitweise strömten bis zu 440.000 Liter Wasser pro Sekunde durch den Wienfluss. Normalerweise sind es in diesem Bereich lediglich 200 bis 500 Liter pro Sekunde.

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Bürgermeister Michael Ludwig, Stadträtin Ulli Sima und Abteilungsleiter der MA 45 Gerald Loew (v.l.).
Stadt Wien / Christian Jobst

Die Stadt reagierte rasch und rüstete die Anlage zwischen dem Lainzer Tiergarten und der Westbahnstrecke umfassend auf. Auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern wurden Mauern saniert und um bis zu einen Meter erhöht. Auch die sechs Wehrschwellen wurden erneuert und um 50 Zentimeter aufgestockt.

Schutz für U4 und Anrainer

Die Maßnahmen sollen nicht nur die Wassermassen besser zurückhalten, sondern auch sensible Infrastruktur wie die U-Bahn-Linie U4 und Anrainer schützen. Insgesamt können die Becken nun mehr als 1,2 Millionen Kubikmeter Wasser speichern.

"Die Stadt Wien investiert laufend und konsequent in einen nachhaltigen und zuverlässigen Hochwasserschutz und damit in die Sicherheit der Wienerinnen und Wiener", betont Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). "Beim Wienfluss haben wir nach dem Hochwasser 2024 Verbesserungspotenzial gesehen und nicht gezögert, umgehend nachzurüsten: Mit der raschen Erhöhung der Wehrmauern der Auhofbecken haben wir eine effektive Maßnahme gesetzt, um für künftige Hochwasser noch besser gerüstet zu sein", ergänzt Gewässer-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).

50-mal höher als gesetzlich vorgeschrieben

In Österreich gilt für besiedelte Gebiete grundsätzlich ein Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser als Standard. Der Wienfluss ist nach den abgeschlossenen Arbeiten nun laut Stadt für ein 5.000-jährliches Ereignis gerüstet – das entspricht einem 50-fachen Schutzniveau gegenüber der gesetzlichen Vorgabe.

Wien rüstet beim Hochwasserschutz nach.
Stadt Wien

Ganz ausschließen lassen sich Überschwemmungen damit allerdings nicht. Gerade lokale Starkregen und Hochwasser an den Wienerwaldbächen sind schwer vorherzusagen. Deshalb setzt die Stadt auch dort auf zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Weitere Projekte in Wien

Neben dem Wienfluss wurden auch andere Stellen nachgerüstet. In der Ludwiggasse in Penzing entstand eine neue Schutzmauer, am Donaukanal wurde eine Hochwassermauer verstärkt. Auch am Liesingbach kombiniert die Stadt technische Schutzmaßnahmen mit Renaturierung: Das Gewässer soll mehr Platz bekommen, damit sich das Wasser bei hohen Pegeln kontrolliert ausbreiten kann.

Weitere Projekte sind ebenfalls geplant. Dazu zählen ein neuer Hochwasserschutz-Rechen am Lainzerbach und Vorbereitungen für ein Rückhaltebecken am Petersbach.

red, 22.10.2026, 14:23