Wien-Favoriten gilt als einer der gefährlichsten Bezirke Wiens. Im Jahr 2024 wurden dort 26.218 Anzeigen wegen des Verdachts eines gerichtlich strafbaren Handlung erstattet – die meisten in der Bundeshauptstadt. Zudem lag der berüchtigte Wiener Bezirk damit auch vor der zweitgrößten Stadt Österreichs, Graz. Dort wurden 2024 24.045 Anzeigen erstattet. Doch wie gefährlich ist Favoriten wirklich?
Anhand der Verbrechen pro 100.000 Bewohnern zeigt sich jedenfalls ein anderes Bild. Demnach ist die Innere Stadt der gefährlichste Bezirk Wiens. Die Kriminalitätsbelastung ist hier rund dreimal so hoch wie in anderen Bezirken der Bundeshauptstadt. Dies ergibt sich aus der geringen Bevölkerung und den zahlreichen Touristen sowie Nachtschwärmern. In dieser Statistik liegt der "Zehner Hieb" lediglich auf Platz fünf.
Dennoch fühlen sich die Bewohner in Wien-Favoriten offenbar unsicher, wie eine Regional-Umfrage des "Kurier" zeigt. In Österreich fühlen sich durchschnittlich 85 Prozent der Menschen in ihren Heimatbezirken sicher, in Favoriten nur 48 Prozent. Die Ursache hierfür sehen Kriminalsoziologen in der zunehmenden medialen Berichterstattung über den Bezirk.
Dem stimmt auch Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) zu. Gegenüber dem "Kurier" macht er "einseitige mediale Berichterstattung" und "die notorisch unterbesetzte Favoritner Polizei" für das Unsicherheitsgefühl der Menschen verantwortlich. Er verweist darauf, dass in der Inneren Stadt mehr Straftaten pro Kopf passieren – worüber nicht berichtet werde.