Wegen einer kleinen Delle auf der Nase wollte sich Snezana T. behandeln lassen, begab sich – durch gut gemachte Insta-Werbung – geblendet gutgläubig in die Hände der fiesen Fake-Beauty-Ärztin Sanaz M. (46).
Statt eines kleinen Eingriffs mit schönem Ergebnis begann für Frau T. ein endloser Albtraum: Bereits beim Spritzen der Hyaluronsäure verspürte sie einen "stechenden Schmerz". Sofort waren Oberlippe und Nasenspitze taub, offenbar wurden Blutgefäße verletzt. "Schätzchen, wir sind alle Ärzte, wir wissen, was wir tun", habe die 46-Jährige ohne medizinische Ausbildung sie noch beruhigt.
Zwei Tage später landete sie in der Notfallambulanz. "Teile meiner Nase fielen fast ab", erinnert sie sich im Gespräch mit "Heute" vor dem Prozess gegen die mutmaßliche Fake-Ärztin. Ärzte retteten ihre Nase dank mehrerer Eingriffe. "Zum Glück konnte ich sie schließlich behalten", erklärt sie. Doch Narben sind bis heute sichtbar – von den seelischen Schmerzen ganz zu schweigen.
Und: Laut Opfervertreter Alfred Boran war Frau T. vor dem Eingriff weder über Risiken noch über mögliche Komplikationen oder Behandlungsalternativen aufgeklärt worden.
Die Angeklagte – sichtlich zerzauster als noch auf ihren Shopping-Trips nach Paris und ohne dem gewohnten Make-up-Glam – bekannte sich kleinlaut "teilweise schuldig", wollte sich auf Anraten ihres Verteidigers Rudi Mayer nicht weiter äußern. Nur so viel: "Dass sie so lange gelitten hat, war mir nicht bekannt. Ich wollte niemandem wehtun, wollte immer das beste Ergebnis haben, um weitere Kunden gewinnen zu können", entschuldigte sie sich.
Neben der Kurpfuscherei und Körperverletzungen in Dutzenden Fällen wird ihr auch Veruntreuung von Firmengeldern vorgeworfen. Das bestritt sie. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft. Der Prozess ist auf mehrere Tage angesetzt. Das Urteil steht noch aus. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung.