Messerstecherei am Bahnhof in Meran! Am Montagabend (19. Oktober) ist im Bahnhofspark ein 26-jähriger Mann durch einen Messerstich am Rücken verletzt worden. Nach dem Vorfall rückten Rettungskräfte und Carabinieri aus. Doch der Einsatz nahm eine unerwartete Wendung: Der Verletzte wollte sich im Krankenhaus nicht weiter untersuchen lassen und verließ die Einrichtung.
Für Verwirrung sorgen auch widersprüchliche Angaben über den Vorfall. Zunächst hieß es, Sanitäter hätten sich vor einem aggressiven Mann in ihren Rettungswagen retten müssen. Das Rote Kreuz widerspricht dieser Darstellung inzwischen ausdrücklich.
Der Vorfall ereignete sich am Montag kurz nach 21.15 Uhr auf dem Gelände des Meraner Bahnhofs beziehungsweise im angrenzenden Bahnhofspark. Nach ersten Berichten soll es zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern gekommen sein, bei der ein Messer eingesetzt wurde. Ein 26-Jähriger wurde dabei am Rücken verletzt.
Die Landesnotrufzentrale alarmierte das Rote Kreuz. Zusätzlich wurden Kräfte des Weißen Kreuzes sowie ein Notarzt angefordert. Auch zwei Streifen der Carabinieri rückten an. Der Verletzte wurde schließlich ins Krankenhaus von Meran gebracht.
Wie der Südtiroler Sender Rai Südtirol berichtet, handelt es sich bei dem Verletzten um einen 26-jährigen marokkanischen Staatsbürger, der den Sicherheitsbehörden bereits bekannt war.
Der Mann hatte eine Stichverletzung am Rücken erlitten. Im Krankenhaus verweigerte er allerdings eine weitere medizinische Behandlung. Noch bevor die vorgesehenen klinischen Untersuchungen abgeschlossen werden konnten, verließ er die Einrichtung. Über die genauen Umstände seiner Entscheidung ist nichts Näheres bekannt.
Die Carabinieri stuften seine Verletzung später als leicht ein. Erste Berichte hatten noch von mittelschweren Verletzungen gesprochen.
Auch über das Verhalten des Mannes gegenüber den Rettungskräften gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Ersten Berichten zufolge soll einer der Beteiligten aggressiv geworden sein. Die Helfer hätten deshalb in ihren Rettungswagen flüchten müssen, berichtet etwa "stol.it".
Eine solche Attacke auf die Sanitäter habe es jedoch nicht gegeben, stellte Giuseppe Nicolò vom Roten Kreuz Meran inzwischen klar. Nach Angaben der Carabinieri war der Verletzte beim Eintreffen der Einsatzkräfte sehr aufgeregt und wand sich. Das Rote Kreuz betont allerdings, dass niemand die Sanitäter angegriffen habe.
Die Ordnungskräfte seien aufgrund der Messerstecherei angefordert worden. Eine besonders gefährliche Situation für die Rettungsmannschaft habe nicht bestanden.
Noch immer unklar ist, wie genau es zu der Messerattacke kam. Erste Berichte gingen von zwei beteiligten Männern aus. Später war von zwei Angreifern die Rede, die auf einen dritten Mann eingestochen haben sollen. Die Ermittler müssen diese Angaben nun überprüfen.
"Wir wissen, dass drei Personen involviert waren, wir müssen jetzt aber genau erheben, was passiert ist", erklärte Merans Bürgermeisterin Katharina Zeller. Nach Angaben des Verletzten soll eine Gruppe junger Männer für die Tat verantwortlich gewesen sein. Die Identität des oder der mutmaßlichen Angreifer ist bislang nicht geklärt. Die Carabinieri fahnden weiter.
Bei dem verletzten 26-Jährigen wurde zudem ebenfalls ein Messer gefunden. Welche Rolle diese Waffe bei der Auseinandersetzung spielte, ist noch offen.
Der Vorfall rückt auch die Sicherheitslage rund um den Meraner Bahnhof in den Mittelpunkt. Bürgermeisterin Katharina Zeller erklärte, dass die Stadt die Situation in diesem Bereich genauer beobachten wolle. Nach ihren Angaben leben derzeit rund 40 obdachlose Menschen in Meran. Ein Teil von ihnen gehe einer Arbeit nach, finde aber keine leistbare Wohnung. Andere hätten keinen geregelten Alltag.
Die Bürgermeisterin sieht die Notwendigkeit, zwischen Menschen mit Unterstützungsbedarf und jenen, von denen wiederholt Probleme ausgehen, zu unterscheiden. Die Stadtpolizei soll deshalb verstärkt die Situation und die Personalien der Menschen im Bahnhofsbereich überprüfen.
Die genauen Hintergründe der Messerstecherei sind weiter ungeklärt. Die Carabinieri müssen insbesondere feststellen, wer an der Auseinandersetzung beteiligt war und wie es zu der Stichverletzung kam.
Fest steht bisher: Ein 26-Jähriger wurde verletzt, verließ später entgegen der vorgesehenen medizinischen Abklärung das Krankenhaus, und die mutmaßlichen Angreifer sind noch nicht identifiziert.