Trauer beim deutschen Haushaltsgeräte-Riesen Miele! Der frühere Firmenchef Peter Christian Zinkann ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Der Unternehmer leitete das Familienunternehmen über vier Jahrzehnte und prägte die Entwicklung zahlreicher Haushaltsgeräte, die heute in Millionen Wohnungen zum Alltag gehören.
Wie das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh bekannt gab, starb Zinkann am Montag (19. Oktober). Miele würdigt den Verstorbenen als herausragende Unternehmerpersönlichkeit, die maßgeblich zum internationalen Erfolg der Marke beigetragen habe.
Peter Christian Zinkann wurde am 17. September 1928 in Bremen geboren. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs übersiedelte seine Familie nach Gütersloh. Nach einem Maschinenbaustudium und seiner Promotion sammelte er zunächst Erfahrungen im Ausland, bevor er in das Familienunternehmen einstieg.
Miele war 1899 von seinem Großvater Reinhard Zinkann gemeinsam mit Carl Miele gegründet worden. Peter Christian Zinkann übernahm später als geschäftsführender Gesellschafter eine führende Rolle und bestimmte über Jahrzehnte die Entwicklung des Traditionsunternehmens mit.
In Zinkanns Zeit an der Unternehmensspitze brachte Miele zahlreiche technische Neuerungen auf den Markt. Dazu gehörte etwa ein elektronisch gesteuerter Wäschetrockner, der bereits 1966 vorgestellt wurde. Ab 1986 setzte das Unternehmen bei Geschirrspülern auf eine Besteckschublade. Sie wurde zu einem bekannten Merkmal vieler Miele-Geräte.
Eine weitere Innovation folgte 2001 mit der sogenannten Schontrommel. Die speziell gestaltete Waschtrommel soll Textilien beim Waschen besonders schonend behandeln. Mit diesen Entwicklungen festigte Miele seinen Ruf als Hersteller hochwertiger Haushaltsgeräte.
Im Jahr 2004 zog sich Peter Christian Zinkann aus der operativen Geschäftsführung zurück. Zuvor war sein langjähriger Geschäftspartner Rudolf Miele gestorben. Die Verbindung zwischen den beiden Gründerfamilien blieb allerdings bestehen. Zinkanns Sohn Reinhard gehört bereits seit 1999 zur Geschäftsleitung und führt die Familientradition weiter.
Das Unternehmen zählt heute zu den bekanntesten deutschen Herstellern von Haushaltsgeräten. Zum Sortiment gehören unter anderem Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Staubsauger und Kaffeevollautomaten.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Miele nach eigenen Angaben einen Umsatz von 5,16 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Gewinn veröffentlicht Miele keine Angaben.
Mit dem Tod von Peter Christian Zinkann verliert das Familienunternehmen einen Mann, der seine Entwicklung über einen großen Teil des vergangenen Jahrhunderts entscheidend mitgestaltet hat.