Es ist ein Schulterschluss unter alten Vertrauten: Am Montag luden Niederösterreichs Militärkommando und der NÖ Zivilschutzverband zu einer Pressekonferenz nach St. Pölten. Militärkommandant Georg Härtinger und Verbandspräsident Christoph Kainz besiegelten die eine künftig engere Zusammenarbeit der beiden Institutionen.
Ziel sei es, die Kooperation bei der Krisenvorsorge, der Katastrophenprävention sowie in der Öffentlichkeitsarbeit auszubauen. Überdies sollen Know-how und Erfahrungen stärker ausgetauscht werden, damit beide Organisationen im Ernstfall noch effizienter reagieren – und vor allem gut koordiniert – zusammenarbeiten können.
"Wir stehen heute vor einer Vielzahl neuer Bedrohungen und Herausforderungen", sagte Brigadier Härtinger. Investitionen in Personal, Ausrüstung und Infrastruktur würden nicht nur die militärischen Fähigkeiten stärken, sondern auch die Hilfe bei Katastrophen- und Assistenzeinsätzen verbessern. Das Bundesheer werde regelmäßig zur Unterstützung angefordert – etwa bei Hochwasserlagen oder während der Corona-Pandemie, beim Waldbrand in Hirschwang und auch bei schweren Schneefällen.
Hochwasserkatastrophe im Herbst 2024 gab den Anlass, um die Zusammenarbeit zwischen Militär und Zivilschutz weiter zu formalisieren. Damals unterstützte das Militärkommando Niederösterreich die Initiative "Füreinander Niederösterreich" unter anderem mit Transport- und Logistikleistungen für freiwillige Helfer.
Damals leisteten etwa 210 freiwillige Helfer innerhalb von 72 Stunden mehr als 2.700 Einsatzstunden in fünf Gemeinden. Sie unterstützten unter anderem bei Aufräumarbeiten, Schlammräumung und der Entsorgung von Schutt. Der Zivilschutzverband kümmerte sich dabei um die Organisation, Einsatzplanung und Versorgung der freiwilligen Helfer.
Auch bei der Sammlung und dem Transport von Hilfsgütern nach Moldawien zu Beginn der Ukraine-Krise arbeiteten beide Organisationen eng zusammen. "Die Zusammenarbeit innerhalb der Sicherheitsfamilie ist besonders wichtig. Mit dieser Kooperationsvereinbarung setzen wir einen wichtigen Schritt für eine noch bessere Abstimmung", erklärt Härtinger.
Doch das Bedürfnis nach engerer Zusammenarbeit wurde schon in der Covid-Pandemie deutlich: So wurde die Initiative "Füreinander Niederösterreich" während der Corona-Krise ins Leben gerufen. Sie organisiert strukturierte Nachbarschaftshilfe nach Krisen und Naturkatastrophen.
"Krisen kommen oft ohne Vorwarnung – aber wir können vorbereitet sein", sagte Präsident Kainz. Der Zivilschutzverband informiere seit Jahren über Themen wie Blackout-Vorsorge, Selbstschutz bei Naturkatastrophen oder Notfallplanung für Haushalte und Gemeinden.
Die neue Kooperation sieht unter anderem gemeinsame Schulungen, abgestimmte Informationskampagnen sowie eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der bestehenden Zusammenarbeit vor. So soll die Krisenresilienz in Niederösterreich weiter gestärkt werden.