Nächste schmerzhafte Insolvenz in der Immobilienbranche. Ein Wiener Hotelprojekt hat einen steirischen Bauträger in schwere Turbulenzen gebracht. Die Grazer Fleissner und Partner Gesellschaft m.b.H. hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.
Das Unternehmen ist seit mehr als 25 Jahren in der Immobilienbranche tätig und bietet Generalplanungs-, Projektentwicklungs- und Bauträgerleistungen an. Projekte wurden unter anderem in Wien, Tirol, Kärnten und der Steiermark umgesetzt.
Laut Unternehmen führten Probleme bei einem jüngst fertiggestellten trendigen Boutique-Hotel in Wien zur finanziellen Schieflage. Fleissner und Partner hatte dort für einen Immobilieninvestor die Planung und Errichtung übernommen.
Während der Umsetzung sollen erhebliche Mehrkosten und Schwierigkeiten in der Endphase des Projekts entstanden sein. Zwar habe man sich mit dem Auftraggeber auf eine Lösung geeinigt, nach Fertigstellung, Übergabe und Aufnahme des Hotelbetriebs seien weitere Zahlungen jedoch eingestellt worden.
Nach Angaben des Unternehmens sind dadurch noch Werklohnforderungen von rund 3,23 Millionen Euro offen. Diese offenen Forderungen hätten letztlich zur Zahlungsunfähigkeit geführt.
Von der Insolvenz sind laut KSV1870 und AKV 13 Mitarbeiter sowie 80 Gläubiger betroffen. Die Verbindlichkeiten werden mit rund 7,25 Millionen Euro angegeben.
Trotz der schwierigen Lage soll das Unternehmen fortgeführt werden. Im vorgelegten Sanierungsplan wird eine Gläubigerquote von 20 Prozent binnen 14 Tagen angestrebt. Finanziert werden soll diese aus laufenden Projekten.
Sollten auch die offenen Forderungen aus dem Wiener Hotelprojekt eingebracht werden können, könnte sich die Quote für die Gläubiger weiter erhöhen.
Wichtig für Gäste und Kunden: Der Hotelbetrieb selbst ist von der aktuellen Auseinandersetzung nicht betroffen und läuft weiter.