Die Regierung von Chile rief für die betroffenen Regionen den Katastrophenfall aus. Bei schweren Waldbränden im Süden und Zentrum von Chile sind mindestens 18 Menschen gestorben. Laut der nationalen Forstbehörde haben die Waldbrände bisher 8.500 Hektar verwüstet.
Rund 50.000 Bewohner der Regionen Biobío und Ñuble seien aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, sagte Außenminister Álvaro Elizalde. Die Ausrufung des Notstands ermöglicht eine Zusammenarbeit mit dem Militär. Fast 4.000 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die 19 aktiven Waldbrände einzudämmen.
"Wie Sie wissen, ist es in solchen Notfällen immer oberste Priorität, das Feuer zu bekämpfen und zu löschen", betont Präsident Gabriel Boric: "Aber wir dürfen zu keinem Zeitpunkt vergessen, dass es hier menschliche Tragödien gibt, Familien, die leiden." Die Ansprache des Präsidenten folgte, nachdem es Beschwerden lokaler Behörden gab. Trotz der Zerstörung sei stundenlang keine Hilfe zu sehen gewesen.
Die von Hitze und starkem Wind angefachten Flammen erfassten mehrere Wohngebiete. Die Angaben zu 18 Toten und 300 zerstörten Häusern müsse vermutlich noch nach oben korrigiert werden, sobald das volle Ausmaß der Schäden feststehe, warnte der Präsident in einer Pressekonferenz.
Ein Anwohner im Radiosender Cooperativa sagte: "Alles ist verbrannt. Das Feuer ist bis zum Meer vorgedrungen. Das habe ich noch nie gesehen." Chile hat in den vergangenen Jahren immer wieder verheerende Brände erlebt. 2025 starben mehr als 100 Menschen bei Waldbränden. Etwa 15.000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
Im Februar 2024 starben in Viña del Mar in der Touristenregion Valparaíso 138 Menschen bei schweren Feuern. Dieser Vorfall wurde als schlimmste Katastrophe seit 2010 eingestuft.