Was als großer Traum begann, wurde für Gabrielle Henry zum Albtraum. Am 19. November 2025 wollte die damals 28-Jährige bei der Miss-Universe-Wahl in Thailand um die begehrte Krone kämpfen. Doch während der Vorrunde kam es zu einem folgenschweren Unfall.
Die Jamaikanerin stürzte rund eineinhalb Meter tief durch eine Öffnung im Bühnenbereich. Laut ihrer Klage soll die gefährliche Stelle weder abgesperrt noch ausreichend gekennzeichnet gewesen sein. Unter der Bühne sollen sich Beton und Beleuchtungstechnik befunden haben.
Beim Aufprall verlor Henry nach eigenen Angaben das Bewusstsein. Im Interview mit "Good Morning America" schilderte sie später, dass sie irgendwann wieder zu sich gekommen sei und ihre besorgte Mutter über sich gesehen habe. Kurz darauf sei sie erneut bewusstlos geworden.
Die Folgen waren schwerwiegend: Laut Klageschrift erlitt Miss Jamaica ein Schädel-Hirn-Trauma mit mehreren Hirnblutungen sowie eine Fraktur und Verletzungen im Gesicht. Bis zum 10. Dezember musste sie in einem Krankenhaus in Bangkok behandelt werden. Doch auch nach ihrer Entlassung war der Albtraum nicht vorbei.
Henry berichtet von anhaltenden neurologischen und kognitiven Problemen sowie starken Schmerzen. Der Sturz soll sogar ihre berufliche Zukunft gefährdet haben. Die Ärztin befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks in ihrer Facharztausbildung für Augenheilkunde. Wegen ihrer Verletzungen habe sie diese zunächst nicht fortsetzen können.
Jetzt zieht Henry Konsequenzen: Am 21. September 2026 reichte sie beim Superior Court im US-Bundesstaat Delaware Klage gegen die Miss Universe Organization und zwei verbundene Unternehmen ein.
Sie wirft den Beklagten unter anderem Fahrlässigkeit vor und fordert Schadenersatz für medizinische Kosten, mögliche Verdienstausfälle und entgangene berufliche Chancen.
Besonders brisant: Henry betont, dass sie sich während ihres Auftritts an die zuvor einstudierte Choreografie gehalten habe. Zusätzlich soll grelles Bühnenlicht ihre Sicht beeinträchtigt haben. Mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen hätte der Sturz ihrer Ansicht nach verhindert werden können.
Die Miss Universe Organization weist unterdessen darauf hin, die Klage noch nicht erhalten zu haben und deshalb zu den konkreten Vorwürfen keine Stellung nehmen zu können. Für Veranstaltungsort, Bühne und Sicherheitsmaßnahmen seien laut Organisation die lokalen Produktionspartner verantwortlich gewesen.
Zudem erklärt Miss Universe, sowohl Henrys Krankenhausaufenthalt in Thailand als auch spätere Behandlungen in Jamaika bezahlt zu haben. Henry schildert hingegen, nach ihrer Rückkehr nur noch wenig Rückmeldung zur Übernahme weiterer medizinischer Kosten bekommen zu haben.