Was für ein historischer Moment! Beim 72. "Miss World"-Wettbewerb holte sich Opal Suchata Chuangsri aus Thailand die begehrte Krone – und schrieb damit Geschichte: Zum ersten Mal geht der Titel an eine Thai!
Die 21-Jährige setzte sich gegen mehr als 100 Konkurrentinnen durch und begeisterte die Jury.
Opal ist nicht nur Schönheitskönigin, sondern auch engagierte Aktivistin. Mit ihrer Kampagne "Opal For Her", die sie mit 16 startete, kämpft sie für die Früherkennung von Brustkrebs.
Sie selbst hatte bereits im Teenageralter eigene Brusttumor-Erfahrung und setzt sich für Frauengesundheit sowie Empowerment ein.
Für sie bedeutet Erfolg, "dein Leben zu leben und ein besseres Leben für andere zu schaffen". Ihr Sieg ist nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern ein emotionaler Moment für ein ganzes Land, das seit 74 Jahren auf diesen Titel gehofft hatte.
Ihr Sieg wurde bisher ein wenig von anderen Momenten des Wettbewerbs überschattet. Die somalische Teilnehmerin Zainab Jama sorgte für Aufsehen, als sie während ihrer Teilnahme offen über ihre eigene Erfahrung mit weiblicher Genitalverstümmelung sprach.
Ihre mutige Offenheit brachte das Thema in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit und löste eine Welle der Solidarität aus.
Gleichzeitig erhob die britische Kandidatin Milla Magee schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter. Sie fühlte sich wie eine "Prostituierte" behandelt und kritisierte, dass Teilnehmerinnen als Unterhaltung für Sponsoren dienten.
Magee zog sich schließlich aus dem Wettbewerb zurück, was eine breite Diskussion über die Behandlung von Teilnehmerinnen und die Ethik solcher Schönheitswettbewerbe entfachte.
"Miss World"-Chefin Julia Morley wies die Kritik zurück und äußerte sich in der indischen Zeitung "The Hindu" zu den Vorwürfen. Ihrer Aussage nach habe sich die britische Teilnehmerin nur zurückgezogen, weil sie sich keine Chancen auf den Titel ausgerechnet habe. Vor Ort hätte Magee außerdem einen anderen Grund für das Aus genannt: "Die junge Frau sagte, sie habe gehen müssen, weil es ihrer Mutter nicht gut gehe."