Kurz vor Weihnachten hatte das Land Kärnten vorübergehend einen Zuweisungsstopp für das SOS-Kinderdorf in Moosburg verhängt. Grund hierfür war fehlende Kooperation und mangelnde Transparenz.
Angeforderte Unterlagen würden nur sehr schleppend übermittelt. Darunter auch Daten von 19 Kindern, die Gewalterfahrungen bei der Opferschutzkommission gemeldet hatten. Zuerst konnte man die Vorwürfe nicht nachvollziehen.
Die für Kinder- und Jugendhilfe zuständige Abteilung in der Kärntner Landesregierung hat am Montag Gespräche mit SOS-Kinderdorf aufgenommen. Inzwischen seien einige Unterlagen nachgereicht worden, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landesrats Peter Reichmann (SPÖ) am Montag zur APA. Die Gespräche seien aber auch grundsätzlich bezüglich der weiteren Zusammenarbeit mit SOS-Kinderdorf nötig.
Einen Grund, Kinder aus der Einrichtung in Moosburg in ein anderes Heim zu verlegen, hatte man beim Land im Dezember nicht gesehen. Die Fachaufsicht habe bei einem Lokalaugenschein keine Mängel in der Betreuung festgestellt.
Aktuell werden 70 Kinder in Moosburg betreut. Zwischen den Jahren 2008 und 2020 sollen sich Missbrauchs- und Gewaltfälle im SOS Kinderdorf Moosburg ereignet haben. Zweimal ermittelte die Staatsanwaltschaft. Beide Male wurden die Ermittlungen eingestellt.
Derzeit liegen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt insgesamt 15 Anzeigen von mutmaßlichen Opfern vor. Sieben Akten stammen noch aus der Zeit vor Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe.