Wenn Kinder ins Krankenhaus müssen, liegen Aufregung und Angst oft nahe beieinander. Besonders vor einer Operation ist die Unsicherheit groß. Im Klinikum Schärding (OÖ) sorgt ein Arzt deshalb für strahlende Gesichter: Anästhesist Christoph Reitinger druckt in seiner Freizeit kleine Figuren mit dem 3D-Drucker – und verschenkt sie an junge Patienten vor ihrem Eingriff.
Die Idee entstand vor rund einem Jahr. Der Vater von zwei Kindern besitzt schon länger einen eigenen 3D-Drucker. "Als Vater weiß ich, wie aufregend eine Operation für Kinder sein kann. Ich wollte ihnen etwas schenken, das die Aufmerksamkeit auf etwas Schönes lenkt und die Angst ein bisschen in den Hintergrund rückt", erklärt Reitinger.
Die Auswahl ist bunt: Neben schillernden Drachen und Dinosauriern gibt es auch Elefanten und Fidget Spinner in Blumenform. Besonders die Drachen haben es den kleinen Patienten angetan.
Meistens überreichen die Pflegekräfte die Geschenke, während sie die Kinder auf die Narkose und den Eingriff vorbereiten. Die Reaktion lässt oft nicht lange auf sich warten: Viele Kinder beschäftigen sich sofort mit ihrer neuen Figur, zeigen sie ihren Eltern oder erzählen begeistert, welches Motiv ihnen am besten gefällt.
Im Klinikum Schärding gibt es zwar keine eigene Kinderstation mehr, Kinderoperationen werden aber weiterhin durchgeführt. Durchschnittlich zwei junge Patienten pro Woche werden dort operiert. Vor allem nach Unfällen werden Kinder ab drei Jahren versorgt.
Besonders rührend: Viele Kinder möchten ihren neuen Begleiter gar nicht mehr aus der Hand geben – und dürfen ihn sogar mit in den Operationssaal nehmen.
"Die meisten wollen ihren Drachen oder Dinosaurier gar nicht mehr aus der Hand geben. Natürlich dürfen sie das Geschenk bis zur Narkose mitnehmen. Sobald sie schlafen, legen wir die Figur zur Seite. Wenn die Kinder wieder aufwachen, wartet sie am Fußende vom Bett auf sie", erzählt der Anästhesist.
Für Reitinger sind es genau diese kleinen Momente, die ihn antreiben: "Wenn ein Kind mit einem Lächeln in die Operation geht oder danach zuerst nach seinem Drachen fragt, dann weiß ich, dass sich die Arbeit gelohnt hat."