Bluff geht auf

Mit einer Lüge holt er sich 12,5 Prozent mehr Gehalt

Hoch gepokert, aber der Bluff ging auf: Ein langjähriger Mitarbeiter holte sich mit einer Lüge bei seiner Chefin jetzt 12,5 Prozent mehr Gehalt.
22.10.2026, 13:02
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Kein Konkurrenzangebot, keine neue Stelle und trotzdem mehr Geld: Ein Mitarbeiter hat seiner Chefin erzählt, dass ein anderes Unternehmen ihn abwerben wolle. Dabei erfand er nicht nur das Jobangebot, sondern setzte auch die angeblichen Gehaltszahlen höher an. Der Bluff ging auf: Sein Arbeitgeber erhöhte das Grundgehalt um 12,5 Prozent. Die Anpassung soll bereits ab 1. November gelten.

Seine Geschichte teilte der Mitarbeiter im Reddit-Forum r/Freudeteilen. Dort erhielt der Beitrag mehr als 2.000 positive Bewertungen und löste eine Diskussion über Gehaltsverhandlungen und die Wertschätzung im Job aus. Der Mann schreibt, dass er schon länger unzufrieden mit seinem Einkommen gewesen sei. Weil er durch seine Rolle im Unternehmen Einblick in andere Gehälter habe, sei ihm die Diskrepanz zunehmend aufgefallen. Schließlich habe er beschlossen, ein Risiko einzugehen.

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Seit 20 Jahren im Unternehmen

Der Mitarbeiter betont, dass sein Erfolg nicht allein auf dem Bluff beruhe. Er sei seit 20 Jahren im Unternehmen und habe nach eigener Einschätzung stets sehr gute Leistungen erbracht und sich stark eingesetzt. Auch seinen Vorgesetzten sei sein Beitrag zum Unternehmenserfolg bewusst. Außerdem habe er sein Leben schon mit dem bisherigen Gehalt gut finanzieren können.

Die Gehaltserhöhung fühlt sich für ihn dennoch wie ein Erfolg an. Er habe nicht gekündigt und auch kein echtes Angebot eines anderen Arbeitgebers vorgelegt. Stattdessen setzte er darauf, dass seine Chefin ihn nicht verlieren wollte – und offenbar war das Unternehmen bereit, mehr zu zahlen.

"Obstkörbe sind Wertschätzung genug"

In den Kommentaren geht es nicht nur um den erfolgreichen Bluff, sondern auch um den Umgang von Unternehmen mit ihren Beschäftigten. Ein Nutzer macht sich etwa über Firmen lustig, die Obstkörbe als Zeichen der Wertschätzung präsentieren. Andere berichten von Arbeitgebern, bei denen solche vermeintlichen Extras ungleich verteilt seien: In einem Betrieb seien Obstkörbe vor allem in den Büroräumen gelandet, während deutlich mehr Beschäftigte in Produktion und Lager arbeiteten.

Ein Kommentator zitiert den Satz seines Chefs: "Du kriegst jeden Monat dein Gehalt, das ist die Wertschätzung." Andere widersprechen dieser Haltung. Sie betonen, dass Beschäftigte sich nicht für ihre Arbeit aufreiben sollten, wenn Leistung und Einsatz nicht angemessen honoriert würden. Der erfolgreiche Gehalts-Bluff wird damit für viele zum Anlass, über die eigene Verhandlungsposition und fehlende Anerkennung im Berufsleben zu sprechen.

Ein riskanter Weg zum höheren Gehalt

Dass der Bluff in diesem Fall funktioniert hat, bedeutet nicht, dass die Methode immer aufgeht. Ein Arbeitgeber könnte nach einem konkreten Angebot fragen, einen Nachweis verlangen oder die Forderung ablehnen. Wer eine erfundene Zusage als Druckmittel nutzt, riskiert zudem, Vertrauen zu beschädigen, wenn die Täuschung auffliegt.

Der Beitrag zeigt aber auch, wie viel Verhandlungsspielraum Beschäftigte möglicherweise haben, wenn sie im Unternehmen geschätzt werden und ihre Leistung sichtbar ist.

Der Verfasser hatte nach eigenen Angaben zwei Jahrzehnte Erfahrung und konnte auf seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg verweisen. Ob die Gehaltserhöhung ohne den Bluff ebenfalls möglich gewesen wäre, bleibt offen.

rfi, 22.10.2026, 13:02
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