Das österreichische Bundesheer plant, eigene Satelliten in den Weltraum zu schicken. So will man die Abhängigkeit vom Ausland und von kommerziellen Anbietern verringern. Wie wichtig korrekte und funktionierende Satellitendaten und Kommunikation bei der Landesverteidigung sind, zeigt der mörderische Angriffskrieg Russlands in der Ukraine.
Im neuen Lagebericht hebt das Bundesheer die Bedeutung dieser Daten als zentral für Lagebilder, Kommunikation und Navigation hervor.
Friedrich Teichmann ist im Bundesheer für das Satellitenprogramm zuständig. Im Gespräch mit dem ORF-Radio Ö1 erklärt er, dass es eine neue "sicherheitspolitische Situation" gebe. In dieser würde man sehen, dass zivile Firmen nicht mehr das liefern würden, was benötigt werde. Entweder weil sie es "nicht können oder nicht dürfen". Gleichzeitig sehe man, dass das vorbehaltlose Unterstützen durch andere Nationen "vielleicht nicht mehr gegeben ist".
Daher sei es wichtig, hier die Datenhoheit zu besitzen, so der Experte. Das komme nur zustande, wenn Österreich eigene Satelliten in den Weltraum schieße. Konkret geht es um fünf militärische Satelliten, die zum Teil in Zusammenarbeit mit den Niederlanden gebaut wurden. Sie sollen nicht nur hochauflösende Bilder produzieren, sondern sind auch mit Technik bestückt, die man für den Fall brauchen würde, dass jemand versucht, die Navigation zu blockieren.
Der Experte führt aus, dass die Satelliten je nach Einstellung ein- bis dreimal pro Woche über Österreich fliegen würden. Das Bundesheer könne in weiterer Folge aber auch eigene Satellitenbilder etwa aus dem Nahen Osten oder der Ukraine verwenden.
Eigentlich hätte der Start bereits 2026 erfolgen sollen. Mit der europäischen Rakete Ariane ließ sich das Projekt nicht umsetzen. Nun erfolgt der Start 2027 mit einer SpaceX-Rakete von Elon Musk.