Das Datenzentrum des Internet-Riesen in Kronstorf lässt seit Monaten die Wogen hochgehen: Die Politik wird nicht müde, die Vorteile für den Wirtschaftsstandort zu preisen. Kritiker hingegen warnen vor den Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerung in der Region.
Gestern, Sonntag, schließlich erreichte der Protest eine neue Dimension: Rund 20 Aktivisten der Initiative "Rechenzentren Nein Danke!" besetzten die Großbaustelle und enterten das Dach. Ihre Kritik: Die Klimakatastrophe sei in vollem Gange, man könne sich keine "KI-Bunker" mit irrwitzigem Boden- Wasser- und Energieverbrauch leisten.
Jetzt hat sich die Bürger-Initiative, die schon lange gegen das Vorhaben kämpft, zu Wort gemeldet. Die Aktion vor Ort habe deutlich gezeigt: "Die Menschen lassen uns nicht länger überfahren."
Was passiert ist, sei längst kein Einzelfall mehr und betrifft die Bevölkerung in ganz Österreich, betont die Initiative. "Überall in unserer Heimat schießen gigantische Rechenzentren aus dem Boden, während die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen gestellt wird und mit den Risiken allein bleibt."
Was hier "im Eiltempo durchgedrückt" werde, sei in vielerlei Hinsicht untragbar. "Mit getricksten Stückelungen wird versucht, die große Umweltverträglichkeitsprüfung für den Gesamtkomplex zu umgehen", so die Kritik. Die Natur, das Grundwasser der Enns und knappe Stromerzeugung würden für den Profit internationaler Konzerne geopfert.