Gewitter, große Regenmengen

"Mittelmeer ist eine Zeitbombe" – Experte warnt alle

Heftiger Starkregen sorgt in Südfrankreich für Überschwemmungen. Das ungewöhnlich warme Mittelmeer liefert zusätzliche Energie für schwere Unwetter.
André Wilding
05.10.2026, 10:32
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Straßen verwandeln sich in reißende Bäche, Autos werden von den Wassermassen mitgerissen: Schwere Unwetter haben Teile Südfrankreichs getroffen. In den Départements Gard und Hérault galt die höchste Unwetterwarnstufe Rot.

In den Cevennen kamen innerhalb kurzer Zeit rund 300 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Das entspricht einer Regenmenge, die dort sonst innerhalb von zwei bis drei Monaten fällt.

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Flüsse steigen innerhalb von zwei Stunden

Die enormen Niederschlagsmengen ließen Flüsse binnen zwei Stunden um mehr als zwei Meter anschwellen. Bei Montpellier mussten eine Mutter und ihre Kinder mit einem Hubschrauber aus den Fluten gerettet werden.

In Lunel wurden durch das Unwetter Dächer abgedeckt. Mittlerweile hat der Regen nachgelassen, die Flüsse führen jedoch weiterhin gefährliches Hochwasser.

Warmes Meer liefert viel Feuchtigkeit

Eine wichtige Rolle bei der Wetterlage spielt das außergewöhnlich warme Mittelmeer. Nach dem extrem heißen Sommer lagen die Wassertemperaturen vor Südfrankreich und Italien zuletzt mehrere Grad über dem Normalwert.

Dadurch verdunstet besonders viel Wasser und große Mengen Feuchtigkeit gelangen in die Atmosphäre. Trifft anschließend kühlere Luft aus dem Norden darauf, können sich über den Bergen kräftige Gewitter entwickeln, die lange über derselben Region bleiben.

Der Oktober gilt als Hauptmonat für derartige Starkregenereignisse. Durch die große Energiemenge im warmen Mittelmeer könnten in den kommenden Wochen noch stärkere Unwetter auftreten. "Das Mittelmeer ist eine Zeitbombe", warnt ein Meteorologe bei "merkur.de".

Auch Medicane ist möglich

Besonders aufmerksam sollten Urlauber in Südfrankreich, Spanien, Italien und Griechenland sein. Gefährlich können vor allem Campingplätze und Unterkünfte in der Nähe von Flüssen werden. Bei Starkregen können sich ausgetrocknete Bachbetten innerhalb weniger Minuten in reißende Ströme verwandeln.

Überflutete Straßen und Unterführungen sollten keinesfalls durchfahren werden.

Eine weitere mögliche Gefahr sind sogenannte Medicanes. Dabei handelt es sich um Mittelmeer-Wirbelstürme, die sich im Herbst über dem warmen Wasser bilden können. Sie können Orkanböen und extreme Regenmengen bringen. Auch in diesem Herbst ist eine solche Entwicklung möglich.

Während der Regen in Südfrankreich nachgelassen hat, bleibt das ungewöhnlich warme Mittelmeer ein möglicher Treiber für weitere heftige Unwetter.

wil,Akt. 05.10.2026, 10:41, 05.10.2026, 10:32