Die Jugendstrafanstalt Wien-Münnichplatz sollte ein Vorzeigeprojekt werden. Stattdessen sorgten Insassen mit Kletter- und MMA-Einlagen bereits im Probebetrieb für Chaos-Zustände – wir berichteten exklusiv.
Jetzt wird bekannt, wie das Ministerium auf die skandalösen Vorfälle, die "Heute" aufdeckte, reagiert: Die Vorfälle seien "im Rahmen der gesetzlichen und internen Vorgaben geprüft" worden. "Gemäß Vollzugshandbuch werden sicherheitsrelevante Ereignisse zur Festlegung einheitlicher Maßnahmen analysiert", heißt es in einer Anfragebeantwortung von Justizministerin Anna Sporrer (SP) eher allgemein.
Konkret hieß es nur: Bedienstete seien als Folge auf die Vorfälle "sensibilisiert" worden. Weiter wollte das Ministerium auf die parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Christian Lausch (FP) nicht eingehen. Brisant: Wie "Heute" weiß, versuchte die Justiz gleichzeitig mit Nachdruck per Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs, den oder die Whistle-Blower der Affäre zu enttarnen – allerdings ohne Erfolg.
Fest steht: Die Eröffnung der Jugendstrafanstalt war ursprünglich für Mitte 2024 geplant. Nach mehreren Verschiebungen startete der Häf’n offiziell mit 1. Februar 2026 den Vollbetrieb. Dennoch befinden sich noch immer rund 20 jugendliche Straftäter in der Justizanstalt Wien-Josefstadt und nicht im "hochgepriesenen Jugendkompetenzzentrum", kritisiert Lausch.
Er sagt: "Das Projekt hat viel Steuergeld verschlungen und funktioniert nach x-maliger Verschiebung des Vollbetriebes bis heute nicht." Die Bruttoerrichtungskosten beliefen sich laut Ministerium auf rund 4,7 Millionen Euro. Weitere rund 427.000 Euro wurden für Ausstattung ausgegeben. Von 71 Planstellen sind aktuell nur 48 besetzt.