In Wien inhaftiert

Mord, Erpressung – so brutal ging Banden-Boss vor

Am Montag wurde die Auslieferung von Schweden-Gangster Eddie J. beschlossen. Vor Gericht wurden neue Details zu den Vorwürfen gegen ihn genannt.
Wien Heute
04.11.2025, 05:30
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Zehn Jahre lang blieb ein Mordfall in Schweden ungeklärt, nun dürften neue Erkenntnisse einen der berüchtigtsten Banden-Bosse Europas zu Fall bringen. Top-Gangster Eddie J. (37) – aufgrund überlebter Schussverletzungen "Fifty" in Gangsterkreisen auch genannt  –  konnte Anfang Oktober in Wien gefasst werden. Am Abend des 10. September 2012 soll er persönlich an der Straßenbahn-Haltestelle Briljantgatan in Västra Frölunda in Göteborg einen 26-jährigen "Hells Angel" mit einer Handfeuerwaffe erschossen haben – wir berichteten.

Am Montag fand in Wien unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die Überstellungsverhandlung in einem Haftverhandlungssaal der Justizanstalt Josefstadt statt, der hinter mehreren dicken Eisentüren liegt. Der großgewachsene Sohn einer Schwedin und eines Kongolesen wurde von zumindest vier hellwachen Justizbeamten bewacht.

Laut europäischem Haftbefehls wirft die schwedische Justiz J. Mord sowie mehrfachen Mordversuch vor – und weitere in Italien begangene Verbrechen vor. Nach einer zwischen 2020 und 2024 abgesessenen Haftstrafe, setzte sich der 37-Jährige in die Mafia-Hochburg Kalabrien im südlichen Italien ab – dort, wo die ’Ndrangheta seit Jahrzehnten den Drogenhandel Europas koordiniert.

Bei seinen neuen Freunden dürfte sich der Berufskriminelle sich gleich mit einer schweren Erpressung über eine Million Euro unter Todesdrohungen sowie mit schwerer Hehlerei vorgestellt haben – er bestreitet die Vorwürfe.

Bettina Caspar-Bures und Norbert Piech vertraten den gefährlichen Gefangenen am Wiener Landl.
Denise Auer

Dem Sohn einer Schwedin und eines Kongolesen droht in seiner alten Heimat lebenslange Haft. Seine Anwälte Bettina Caspar-Bures und Norbert Piech sollen der stattgegebenen Auslieferung nun noch mit einem Einspruch aufhalten. Übrigens: Der mit ihm bestens bekannte Fußball-Manager Mariseh J. (42), der am 22. Oktober in Wien-Penzing aus einem Hotel gefischt wurde, stimmte der freiwillig einer Überstellung zu. Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 04.11.2025, 07:50, 04.11.2025, 05:30
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