Entscheidender Tag am Landesgericht Innsbruck? Der Mord an Daniela Kammerer ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ungeklärt. Die damals 19-jährige Studentin aus Niederösterreich wurde am 23. Juni 2005 in Innsbruck getötet. Nun könnte der Prozess gegen einen 42-Jährigen eine entscheidende Wendung nehmen.
Die junge Frau wurde in den frühen Morgenstunden mit zwei wuchtigen Messerstichen in Brust und Rücken getötet. Ein Pensionist fand ihre blutüberströmte Leiche im Rapoldipark.
Der Angeklagte war ein Studienkollege von Kammerer und bereits früher ins Visier der Ermittler geraten. 2013 wurde er festgenommen, nach wenigen Wochen in Untersuchungshaft aber wieder entlassen. Das damalige Verfahren wurde eingestellt, weil die Indizien nicht ausreichten. Im vergangenen Mai wurden DNA-Spuren auf einer Zigarette ausgewertet, die in der Nähe des Tatortes gefunden worden war. Die Spuren passen zum 42-Jährigen.
Der Angeklagte beteuerte zum Prozessauftakt am Montag seine Unschuld. Sein Anwalt Mathias Kapferer kritisierte, die Spuren seien einseitig ausgelegt worden. Es gebe zahlreiche Möglichkeiten, wie DNA an die Zigarette, ein Fahrrad und die Kleidung der Getöteten gelangt sein könnte. Die Beteiligten hätten in der Tatnacht gemeinsam gefeiert, getrunken und geraucht.
Am zweiten Prozesstag am Freitag soll unter anderem über zwei Beweisanträge der Verteidigung entschieden werden. Kapferer beantragte weitere Zeugen, die belegen sollen, dass ein anderer Täter für den Mord verantwortlich sei.
Der Verteidiger will damit auch die These untermauern, dass die Messerstiche eigentlich einer anderen Frau gegolten hätten und Daniela Kammerer Opfer einer Verwechslung geworden sei. Die Tat könnte demnach mit der Drogenszene im Rapoldipark zusammenhängen.
Staatsanwältin Adelheid Steiner hatte sich bereits am Montag gegen die Beweisanträge ausgesprochen. Der Prozess wird am Freitag um 9 Uhr am Landesgericht Innsbruck fortgesetzt. Ob noch heute ein Urteil fällt, bleibt abzuwarten.