Es war ein Fall, der ganz Wien bewegt hat: Fast acht Jahre galt Jennifer S. als vermisst, bis ihr Ex-Freund kürzlich gestand, sie getötet zu haben. Er sitzt nun als Mordverdächtiger in U-Haft.
Immer wieder hatte die Mutter der jungen Frau der Polizei vorgeworfen, den Verdächtigen zu wenig unter Druck gesetzt zu haben – sie suchte sogar selbst nach der Leiche. Das Wiener Landeskriminalamt weist nun Kritik an den langen Ermittlungen zurück.
„Im gegenständlichen Fall war es einfach nicht früher möglich, den Tatverdächtigen dingfest zu machen bzw. die Leiche von Jennifer ausfindig zu machen“Gerhard WinklerLeiter des Ermittlungsdienstes
"Wir uns alle gerne auch einen früheren Ermittlungserfolg gewünscht", sagt Gerhard Winkler, Leiter des Ermittlungsdienstes, im ORF. Aber: "Nur müssen wir einfach immer nach den vorhandenen Spuren, nach den Ermittlungsergebnissen, nach den Zeugen und nach Beweisen vorgehen. Und im gegenständlichen Fall war es einfach nicht früher möglich, den Tatverdächtigen dingfest zu machen bzw. die Leiche von Jennifer ausfindig zu machen."
Laut Winkler gab es am vermeintlichen Tatort – der gemeinsamen Wohnung des Paares – keinerlei Spuren. Weder Blut noch andere Hinweise konnten gefunden werden. "Ganz, ganz wichtig" wäre laut Winkler ein früherer Fund der Leiche gewesen. Trotz Leichenspürhunden, Tauchern und jeder Menge Hinweise sei das nicht gelungen.
Auch Chatnachrichten des Verdächtigen, in denen er beschrieb, wie man eine Leiche verschwinden lässt, reichten nicht aus. "Das seien zwar Mosaiksteinchen gewesen, es hätten aber entsprechende Zeugen und Sachbeweise gefehlt", so Winkler.
Der Durchbruch kam schließlich durch das Geständnis des Verdächtigen – ausgelöst durch intensive Einvernahmen. Winkler dazu: "Es waren ja unsere Einvernahmen, die dann schlussendlich den entsprechenden Ermittlungsdruck auf ihn ausgeübt haben."