Aus nächster Nähe soll ein Mann seine Ex-Freundin im vergangenen Mai auf offener Straße erschossen haben. Danach flüchtete der mutmaßliche Täter in die Niederlande, wurde dort gefasst und nach Salzburg überstellt. Im Mordfall von Maria Alm (Pinzgau, Salzburg) steht heute, Donnerstag, ein Ungar vor Gericht.
Besonders belastend ist eine Audioaufzeichnung des Opfers. Beim letzten Treffen auf einem Parkplatz in Maria Alm ließ die 34-jährige Deutsche die Diktierfunktion ihres Handys in der Tasche mitlaufen. Offensichtlich wollte sie mögliche Drohungen dokumentieren. Der Ungar soll ihr zuvor gesagt haben, er werde ihr das Leben "zur Hölle zu machen". Die Frau hatte ihn bereits angezeigt, ein Kontaktverbot war von der Polizei aber nicht verhängt worden.
Auf der Aufnahme ist zu hören, wie sich das Ex-Paar verabschiedet. Dann forderte der Mann die Frau noch auf, kurz zu warten. Wenige Augenblicke später fiel der tödliche Schuss, aus nächster Nähe, ins Gesicht. Die Pistole hatte der Angeklagte einige Wochen zuvor legal gekauft.
Eine Freundin des Opfers, die die 34-Jährige begleitete und im Auto wartete, wurde zur Augenzeugin der Tat. Nach seiner Flucht behauptete der Ungar bei den Einvernahmen, Stimmen in seinem Kopf zu hören. Ein Gutachten erklärte ihn jedoch für zurechnungsfähig.
Dem Angeklagten droht lebenslange Haft. Seine Festnahme durch niederländische Spezialkräfte wenige Tage nach der Tat gilt als Erfolg der Salzburger Ermittler gemeinsam mit europäischen Zielfahndern.