"Das macht was mit dir"

Morgenstern: "Habe die Festplatte mit Bier formatiert"

Die Skispringer flogen bei Olympia an einer Medaille vorbei. In "Heute" spricht Thomas Morgenstern über seinen Gold-Coup und die Großschanze.
Martin Huber
13.02.2026, 06:59
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Pleite auf der Kleinschanze, dann Gold auf der Großschanze! Davon träumen unsere Skispringer – genau das gelang Thomas Morgenstern bei Olympia 2006 in Turin.

"Ich war auf der kleinen Schanze mit der Windregel chancenlos. Ein Offizieller sagte zu mir: 'Du bist ins Verderben geschickt worden.' Der Frust war groß", erinnert sich die "Adler-Ikone" im Gespräch mit "Heute".

"Wir haben dann trotzdem gefeiert. Das hatten wir uns schon vorher ausgemacht, dass wir nach dem Springen fix feiern werden. Ob aus Frust oder wegen einer Medaille – ganz egal. Zuerst haben wir uns beim Leberkas Pepi gestärkt, dann habe ich meine Festplatte formatiert mit ein paar Bier."

"Ich war in einer anderen Welt"

Mit 0,1 Punkten Vorsprung siegte "Morgi" vor Andreas Kofler. "Ich habe einen Jahrhundertsprung mit 139,5 Metern und einem blitzsauberen Telemark gezeigt. Ex aequo wäre mir lieber gewesen, der Andi war mein Zimmerkollege. Wir haben unsere Medaillen dann links und rechts am Nachtkastl aufgehängt – und Team-Gold draufgelegt."

Im Schanzenauslauf wollte Morgenstern Kofler schon zu Gold gratulieren. "Weil ich nicht mitbekommen hatte, dass er den Aufsprung verwackelt. Dann war ich plötzlich 0,1 Punkte vorn und Olympiasieger. Ich war in einer anderen Welt. Ich kann mich gut erinnern, wie ich mich am Abend fragte: Was heißt das für mich?"

"Embacher am stärksten"

Das traut Morgenstern auch Stefan Kraft und Co. ab Samstag auf der Großschanze zu: "Auf der Normalschanze waren zwei Medaillen drin, wir haben es mit der Landung verhaut."

Am großen Bakken sei jetzt "alles möglich". "Prevc wird besser sein als auf der Kleinen, Raimund ist mit Gold im Aufwind. Wir sind aber bei den Favoriten dabei. Am stärksten schätze ich Embacher ein. Hörl muss bei weiten Sprüngen sauber landen. Kraft wird sich den 27. Platz von der Kleinschanze nicht gefallen lassen. Ich wünsche ihm, dass er sein Märchen mit einer Olympia-Einzelmedaille zu Ende schreibt."

"Das macht was mit dir"

Olympia-Gold hat das Leben von Morgenstern verändert. "Ich gewann den schwierigsten Titel ganz am Anfang. Davon träumt jeder, die Brust wurde breiter. Ab sofort wurde ich als Olympiasieger anmoderiert. Das macht was mit dir."

"Der Crash war gut"

Die Schummel-Affären im Skispringen verfolgte der 39-Jährige. "Der Crash war gut, dass sich gewisse Dinge ändern, um Tricksereien zu eliminieren."

Nachsatz: ". Es ist klar, dass ans Limit gegangen wird, sonst hätte es nicht so eine Entwicklung in den letzten 25 Jahren gegeben. Man muss aber unterscheiden – zwischen gezielter Manipulation oder ob einmal die Beinlänge nicht passt."

Morgenstern wurde nur einmal in seiner Karriere disqualifiziert. "In Sapporo hätte ich gewonnen, dann zog ich aber meine Schuhe zu früh aus. Ich wollte fair gewinnen und nicht bescheißen."

Die Diskussionen um Penis-Tricks für größere Weiten hat jetzt sogar das IOC auf den Plan gerufen und sorgt für ein Grinsen beim achtfachen Weltmeister. "Ich habe meinen Penis nie abgeklebt für Siege."

{title && {title} } mh, {title && {title} } Akt. 13.02.2026, 15:27, 13.02.2026, 06:59
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