War der spektakuläre Hubschrauber-Diebstahl im Salzburger Lungau nur der Anfang? Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern befürchtet, dass die Täter mit der gestohlenen Maschine noch einen größeren Coup planen könnten. Der ehemalige Spitzensportler nutzte den rund 800.000 Euro teuren Helikopter selbst regelmäßig für Rundflüge. Seit dem 28. September fehlt von dem Fluggerät jede Spur.
Der Robinson R44 wurde in Mauterndorf gestohlen. Wer hinter der Tat steckt, ist weiterhin unklar. Einen Verkauf in Europa hält Morgenstern für unwahrscheinlich, da sämtliche Bauteile anhand ihrer Seriennummern identifiziert werden können.
In der ServusTV-Sendung "Fahndung Österreich" erinnert der Ex-Skispringer an zwei frühere Fälle. "Und die sind dann immer für einen größeren Coup eingesetzt worden. Da war immer ein anderer Plan dahinter", erklärt er.
1989 sollte ein gestohlener Hubschrauber bei einem Gefängnisausbruch in Frankreich helfen. Der Versuch scheiterte jedoch. Anders verlief ein spektakulärer Bankraub 2009 in Stockholm. Dort landeten Kriminelle mit einem gestohlenen Helikopter auf einem Gelddepot und flüchteten mit umgerechnet 3,5 Millionen Euro.
Auch diesmal vermutet Morgenstern einen größeren Plan. Die Täter könnten "vielleicht mehr im Schilde führen". Er betont: "Zur Gaude haben die Täter den riskanten Flug nicht gemacht und auch nicht wegen des Werts des Hubschraubers am Schwarzmarkt."
Der Olympiasieger geht davon aus, dass die Beklebung der blau-gelben Maschine inzwischen entfernt wurde. Möglicherweise werde der Helikopter nun mehrere Wochen in einem Hangar oder Stall versteckt.
Für Eigentümer Manuel Aster und Morgenstern bedeutet der Diebstahl einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden. Seit 2019 bietet der Ex-Skispringer Rundflüge an. Nachdem er seinen eigenen Hubschrauber im Vorjahr verkauft hatte, nutzte seine Firma seit Sommer 2025 die Maschine von Aster.
Nun muss Ersatz her. Ein neuer Helikopter würde rund 800.000 Euro kosten und wäre erst in etwa einem Jahr verfügbar. Deshalb wird nach einer gebrauchten Maschine gesucht.
Aufgeben will Morgenstern jedenfalls nicht. "Aufgeben ist keine Option", erklärt er in der Ö3-Sendung "Walek wandert", die am Sonntag um 9 Uhr ausgestrahlt wird.