Als Thomas Morgenstern am 28. September erfuhr, dass sein Hubschrauber gestohlen worden war, konnte er es nicht glauben. In der Ö3-Sendung "Walek wandert" erzählt der ehemalige Skisprung-Star jetzt, wie er die unglaubliche Nachricht aufnahm – und warum er zunächst an einen ziemlich aufwendigen Scherz dachte.
In der Nacht hatte bereits mehrmals sein Handy geläutet. "Ich bin dann wirklich kerzengerade im Bett gestanden", erinnert sich Morgenstern. Als er den Betriebsleiter des Flugplatzes auf dem Display sah, vermutete er allerdings nichts Schlimmes. "Ich habe mir gedacht, die werden zamsitzen und sich eine Gaude machen." Auch einen zweiten Anruf ignorierte er.
Erst am nächsten Morgen, als seine älteste Tochter zur Schule ging, las Morgenstern eine Nachricht: Sein Hubschrauber war gestohlen worden! Die letzte Sichtung soll um 4.10 Uhr in Kroatien gewesen sein. "Was Besseres fällt euch nicht ein?", dachte sich der Olympiasieger. Für ihn war klar: Seine Kollegen wollten ihn auf den Arm nehmen.
Dann meldeten sich sein Pilot Christoph und der Eigentümer der Maschine, Manuel Aster. "Ich habe von Anfang an gesagt: Lasst euch nicht verarschen, ihr meint das doch nicht ernst, oder?" Selbst als er am Flugplatz eintraf, glaubte der 39-Jährige noch immer nicht an einen echten Diebstahl.
Als dort plötzlich die Polizei auftauchte, wurde seine Vermutung noch kurioser. "Ich habe noch gegoogelt: Lockvögel, Verstehen Sie Spaß?", erzählt Morgenstern bei Ö3. Er suchte nach einer versteckten Kamera. Doch die Polizistin wusste zu viel über die örtlichen Gegebenheiten. Spätestens als das Landeskriminalamt eintraf, war klar: Das war kein Fernsehscherz. "Also echt, Wahnsinn: Die fladern uns an Hubschrauber!"
Seit dem spektakulären Coup in Mauterndorf fehlt von der Maschine jede Spur. Auf die Frage von Ö3-Moderator Tom Walek, ob es inzwischen Neuigkeiten gebe, antwortete Morgenstern ernüchtert: "Nein, leider. Bis heute gibt es kein Update." Besonders schmerzhaft sei der Verlust seiner Arbeitsgrundlage. "Es tut einfach weh, weil dir einfach das Arbeitsgerät weggenommen wird."
Die Hoffnung auf eine Rückkehr des rund 800.000 Euro teuren Helikopters hat der Ex-Skispringer mittlerweile fast aufgegeben. "Ich hoffe, dass wir eine Spur finden, damit wir wenigstens die Leute finden, die verantwortlich sind für die ganze Geschichte." Dann folgt der bittere Nachsatz: "Den Hubschrauber selber, glaube ich, werden wir nicht mehr finden."
Auch die technischen Möglichkeiten zur Ortung seien begrenzt. Zwar verfüge der Hubschrauber über einen Transponder, doch dieser könne abgeschaltet werden. "Dann bist du nicht ersichtlich, schon gar nicht in den Bergen", erklärt Morgenstern. Sollte die Maschine im Ausland zerlegt werden, könnten ihre Einzelteile auf dem Schwarzmarkt landen. In Europa wären diese aufgrund ihrer Seriennummern allerdings kaum noch legal einsetzbar.
Besonders brisant: Morgenstern erinnert an zwei frühere Fälle, bei denen gestohlene Hubschrauber für weitere Verbrechen verwendet wurden. Einmal ging es um einen Gefängnisausbruch, einmal um einen spektakulären Banküberfall. "Davon sind wir dabei", sagt der Olympiasieger über die Seltenheit solcher Diebstähle. Während die Maschinen damals relativ rasch wieder auftauchten, bleibt sein Hubschrauber bis heute verschwunden.